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[REZENSION] Jean-Louis Fournier: »Wo fahren wir hin, Papa?«

Jean-Louis Fournier
Wo fahren wir hin, Papa?

Originaltitel: Où on va, papa?
dtv
1. Auflage, November 2009
Broschiert
Seiten: 155
ISBN: 978-3-423-24745-0

Wie gern hätte der Vater seinen Söhnen »Tim und Struppi« geschenkt, doch leider können sie nicht lesen. Wie gern wäre er mit ihnen auf Berge geklettert, hätte mit ihnen Musik gemacht, Volleyball gespielt, doch sie werden für den Rest ihres Lebens mit Holzklötzen spielen. Sie werden niemals die normalen Kinder sein, die er sich so sehr wünscht.

Einen Vater ereilt das Schicksal, ein behindertes Kind in die Welt gesetzt zu haben. Unter großen Mühen findet er sich damit ab und stellt sich den enormen Herausforderungen im Alltagsleben.
Doch kann das Schicksal so grausam sein und ein zweites Mal zuschlagen?
Es kann.
Auch der zweite Sohn kommt mit denselben Behinderungen auf die Welt. In kleinen Episoden erzählt der Autor aus dem Leben des Vaters mit seinen behinderten Söhnen und wie er fast daran zerbricht.

Über behinderte Kinder zu reden, ist oft ein Tabu. Umso überraschender ist es, wie der betroffene Vater erzählt: mit einem eigenen Humor, der hin und wieder in Sarkasmus übergeht. Die Liebe zu seinen Söhnen Mathieu und Thomas ist deutlich zu spüren, obgleich er unter dem schweren Schicksal leidet, an dem selbst seine Ehe zerbricht.

Schonungslos offen verpackt der Autor eine Lebensgeschichte, die bewegt und berührt.
Ein kurzes Buch mit wenigen Seiten, das dafür umso länger nachwirkt.

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