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[REZENSION] Antje Wagner: »Unland«

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Antje Wagner
Unland

Bloomsbury
1. Auflage, 2009
Hardcover
Seiten: 384
ISBN: 978-3-82705339-0

Sie sind gestrandet im Haus Eulenruh: sieben Kinder aus zerrütteten Familienverhältnissen, jedes mit seiner eigenen dunklen Vergangenheit.
Als die vierzehnjährige Franka in dem kleinen Elbdorf Waldburgen in Sachsen-Anhalt ankommt, fühlt sie sich zunächst wie eine Außenseiterin, doch die Bewohner von Eulenruh werden schnell zu ihrer Familie. Gemeinsam müssen sie sich gegen die »Normalen« in der Schule durchbeißen und den Vorurteilen ihrer Mitmenschen standhalten.
Als im Dorf seltsame Verbrechen geschehen, fällt der Verdacht sehr schnell auf die Kinder der Erziehungsstelle und Franka und ihre Freunde beginnen den mysteriösen Vorfällen auf den Grund zu gehen. Sie folgen den Spuren bis nach Unland, einer düsteren Ruinenlandschaft am Waldrand, und stoßen auf ein viel unheimlicheres Geheimnis.

Antje Wagners Roman ist eine faszinierende Mischung aus Realismus und Mystery. Der erste Teil des Buches spielt vollkommen in der Realität, mit normalen Problemen der Jugendlichen, mit düsteren Vergangenheiten und traumatischen Erinnerungen, die überwunden werden müssen. Die Kinder der Erziehungseinrichtung Haus Eulenruh sind anders als ihre Mitschüler, denn sie leben nicht bei ihren Eltern, sonder bei Vera und Andreas Kämpf. Die »Eulen« müssen sich immer wieder derben Vorurteilen und Beleidigungen stellen. Auch die Erwachsenen stehen ihnen skeptisch gegenüber.
Der mysteriöse Teil beginnt, als im Dorf immer wieder merkwürdige Dinge geschehen. Plötzlich werden Ricardo und Matthias, die Jungen aus dem Haus Eulenruh, für einen Diebstahl beschuldigt, den sie nicht begangen haben können. So beginnt die Spurensuche, die immer wieder nach Unland führt, der düsteren Ruinenlandschaft, über die niemand spricht.
An dieser Stelle wird es zugleich wirklich spannend und richtig unheimlich, denn die Geheimnisse, die Franka und ihre Freunde aufdecken, lassen den Leser so schnell nicht los.

»Unland« ist ein Buch, das man nicht in späten Stunden und dunklen Nächten lesen sollte.
Gänsehautfeeling garantiert.

2 Kommentare

  1. Jetzt musste ich natürlich gleich mal nachgucken was du zu dem Buch geschrieben hast. Gut zu wissen das ich es lieber nicht nicht lesen sollte wenn es draußen dunkel ist. 😉
    Lg Steffi

    • Im Moment liegt das Buch als Re-Read auf meinem Lesestapel, also gibt es demnächst sicher auch eine aktuellere und ausführlichere Rezension dazu.
      Aber ja, stellenweise fand ich es schon ein kleines bisschen gruselig. Und ich hab es nachts gelesen … 😉

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