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[REZENSION] Grit Poppe: »Weggesperrt«

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Grit Poppe
Weggesperrt

Dressler
1. Auflage, 2011
Taschenbuch
Seiten: 330
ISBN: 978-3-8415-0056-0

DDR 1988: Anjas Mutter stellt einen Ausreiseantrag und wird daraufhin von der Stasi verhaftet. Die vierzehnjährige Anja kommt in einen Jugendwerkhof, eine Einrichtung der Jugendhilfe. Geschockt von der Willkür der Erzieher, der Gewalt und dem Drill, will Anja bald nur noch fliehen. Tatsächlich gelingt ihr die Flucht, jedoch nur für kurze Zeit.
Anja fragt sich immer wieder, was sie eigentlich verbrochen hat. Als sie eines Tages ausrastet, bringt man sie nach Torgau, in eine geschlossene Einrichtung. Dort lernt sie Tom kennen, der wie sie nicht aufgeben will.

Grit Poppe schildert in ihrem Roman eindrucksvoll den Alltag und die Willkür in den Jugendwerkhöfen der DDR. Weder der Leser noch Anja selbst können nachvollziehen, wieso sie überhaupt dort festgehalten und wie eine Verbrecherin behandelt wird. Doch sie merkt schnell, dass Fügung der einzige Weg ist, die Zeit zu überstehen.

Die Geschichte von Anja ist frei erfunden, doch im Roman stützt sich die Autorin immer wieder auf Zeitzeugenberichte, sodass die Schilderungen der DDR-Diktatur sowie der Werkhöfe authentisch sind. Dabei wird dem Leser die Atmosphäre durch die Augen der Vierzehnjährigen vermittelt, die sich nicht mit dem Hinnehmen der Umstände zufrieden geben will.

Ein Roman, mit dem man jugendliche Leser im Nachhinein nicht alleine lassen sollte.

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