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[REZENSION] Rachel Cohn/David Levithan: »Dash & Lilys Winterwunder«


Rachel Cohn/David Levithan
Dash & Lilys Winterwunder

Originaltitel: Dash & Lily’s Book of Dares
cbt
1. Auflage, 2011
broschiert
Seiten: 318
ISBN: 978-3-570-16116-1

Ist so etwas wirklich möglich?
Du bist in deinem Lieblingsbuchladen und gehst an den Regalen entlang. Du lässt deine Blicke schweifen. Du bleibst an einer Stelle stehen, wo einer deiner Lieblingsautoren seinen Platz hat, und da findest du plötzlich, zwischen die vertrauten Buchrücken geklemmt, ein rotes Notizbuch.
Was tun?
Darauf kann es doch wohl nur eine Antwort geben. 
Du ziehst das Notizbuch heraus und blätterst darin herum.
Und dann folgst du den Anweisungen, die dir dort gegeben werden.

Als der sechzehnjährige Dash drei Tage vor Weihnachten in seiner Lieblingsbuchhandlung ein rotes Notizbuch findet, in dem ein unbekanntes Mädchen den Finder zu einem geheimnisvollen Such-und-Find-Spiel auffordert – vorausgesetzt, der Finder ist jugendlich, männlich und nicht schwul – nimmt er die Herausforderung an. Doch statt das Buch wie gefordert ins Regal zurückzustellen, spielt er das Spiel nach seinen eigenen Regeln.
In den folgenden Tagen schicken sich Dash und Lily abwechselnd durch das weihnachtliche New York, erteilen dem anderen Aufgaben und legen fest, wie und wo das Notizbuch wieder in die Hände des anderen wandern soll. Das alles, ohne sich auch nur einmal persönlich zu begegnen. Ein erstes Treffen zögern sie hinaus. Bis es beinahe zu spät ist.

Auch auf dieses Buch wurde ich durch andere Buchblogs aufmerksam, die ich regelmäßig lese. Da mir die Geschichte gefiel und ich einfach Lust auf ein schönes Weihnachtsbuch hatte, kaufte ich den Roman dann spontan bei einem kleinen Stadtbummel mit Schatz. Dass die Geschichte in einer Buchhandlung beginnt, war natürlich ein zusätzlicher Pluspunkt.

Das erste, was mir zu dem Buch einfällt, ist: süß. Die Geschichte ist wirklich unglaublich niedlich erzählt und weihnachtlich kitschig, aber doch nicht so sehr, dass es mich gestört hätte. Normalerweise bin ich ja kein großer Fan von Liebesgeschichten und wenn, dann müssen sie noch mindestens eine Nebenhandlung haben. Doch in diesem Fall konnte mich die Geschichte von der ersten Seite an fesseln und vor allem bezaubern.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Dash und Lily erzählt. Dabei könnten die beiden Hauptcharaktere nicht unterschiedlicher sein:

Dash ist ein richtiger Weihnachtsmuffel und würde dem Trubel um das Fest der Liebe am liebsten ganz aus dem Weg gehen. Da seine Eltern seit Jahren getrennt leben und in diesem Jahr beide über die Feiertage verreist sind, verbringt er Weihnachten allein. Gesellschaft leisten ihm sein bester Freund Boomer sowie seine Freunde Dov und Yohnny, die in der Geschichte immer wieder auftauchen und für Unterhaltung sorgen.
Bücherwurm Dash verbringt seine Zeit am liebsten in seiner Lieblingsbuchhandlung. Er hat eine Vorliebe für altmodische Wörter, denn zwischen Worten fühlt er sich am wohlsten.

Lily ist sechzehn, war noch nie verliebt – es sei denn, man zählt die Wüstenspringmaus, die sie in der ersten Klasse auf tragische Weise verlor – und ist Kapitänin der Mädchenfußballmanschaft ihrer Schule. Sie ist nett, ruhig, schreibt gute Noten und liebt ihre Großfamilie über alles. Außerdem liebt sie Weihnachten und hat sogar einen eigenen Weihnachtschor ins Leben gerufen – eine chaotische Mischung aus den verrücktesten Charakteren.
Doch dieses Jahr muss Lily Weihnachten allein mit ihrem Bruder und dessen Freund verbringen, denn ihre Eltern mussten ausgerechnet an Weihnachten ihre Flitterwochen nachholen! So kommt es, dass Lily die Initiative ergreift – sie will endlich einen Jungen kennenlernen. Und wenn der dieselben Bücher liest wie sie, kann das ja nicht so verkehrt sein.

Das Buch hat mich wirklich bezaubert und Dashs und Lilys Gedanken brachten mich nicht nur einmal zum Schmunzeln. Dabei gefiel mir der erste Teil des Buches wesentlich besser als der zweite, denn es ist nicht nur unterhaltsam, den beiden beim Rätselraten und beim gegenseitigen Umherschicken zuzuschauen, sondern auch spannend. Natürlich – es ist ein Weihnachtsbuch und man kann sich denken, wie die Geschichte ausgehen wird. Trotzdem macht es Spaß, in die Geschichte einzutauchen und sich ins verschneite New York entführen zu lassen.
Das Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten hat mich dann zugegebenermaßen etwas enttäuscht und auch das Ende lässt ein bisschen zu wünschen übrig. Aber es ist eine Weihnachtsgeschichte und dem Lesespaß tat es auch keinen Abbruch.

So liest sich die Geschichte locker und leicht und vor allem sehr schnell weg. Immer wieder ging es mir so, dass ich vor dem Einschlafen eigentlich nur noch ein, zwei Seiten lesen wollte und am Ende doch wieder zwanzig oder dreißig daraus geworden waren.
Nach Langem also endlich mal wieder ein Buch, das für mich ewig hätte weitergehen können.

Fazit

»Dash & Lilys Winterwunder« ist ein Liebesroman, der zu fesseln und zu bezaubern weiß und das schon von der ersten Seite an. Das richtige für ruhige Adventsabende.

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