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[REZENSION] Ransom Riggs: »Die Insel der besonderen Kinder«


Ransom Riggs
Die Insel der besonderen Kinder

Originaltitel: Miss Peregrine’s Home 
for Peculiar Children
PAN
1. Auflage, November 2011
Hardcover
Seiten: 415
ISBN: 978-3-426-28368-4

Manche Großväter lesen ihren Enkeln Märchen vor. Doch was Jacob von seinem Großvater hörte, war viel mehr als nur eine Geschichte:
Abraham erzählte von einer Insel, auf der merkwürdige Kinder mit außergewöhnlichen Fähigkeiten leben. – Und von den Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind.
Inzwischen ist Jacob ein Teenager und glaubt schon lange nicht mehr an die Schauergeschichten seines Großvaters. Bis zu dem Tag, an dem Abraham unter mysteriösen Umständen stirbt …

Meine Meinung

»Die Insel der besonderen Kinder« fiel mir durch die Erwähnung auf anderen Buchblogs auf, die ich regelmäßig verfolge. Da mich die Geschichte und auch das Cover des Buches ansprachen, bestellte ich mir das Hardcover dann auch recht schnell und spontan.


Die Aufmachung des Buches ist nicht unbedingt alltäglich. Im Inneren finden sich eine ganze Menge Fotos, die die Geschichte illustrieren und auch die Kapitelanfänge sind recht interessant gestaltet. Damit macht das Buch schon beim Anschauen einen etwas düsteren, mysteriösen Eindruck.
Gestört hat mich hier allerdings, dass die Fotoseiten immer wieder den laufenden Text unterbrechen. Man beginnt einen Satz zu lesen und muss dann erst einmal mehrere Seiten weiterblättern, um das Ende lesen zu können. Außerdem hatte ich oft das Gefühl, dass die Fotos nicht die Geschichte illustrieren, sondern dass die Geschichte um die Fotos herumgeschrieben wurde, um die Bilder einbauen zu können. So hatte ich das Problem, dass ich mir die ganzen Kinder nicht merken konnte. Nur ein oder zwei Namen konnte ich mir behalten, bei den anderen gab ich es irgendwann auf, zurückzublättern, um nachzuschauen, welche Fähigkeiten das jeweilige Kind hatte.


Die Geschichte selbst liest sich angenehm und besonders im zweiten Teil recht spannend, auch wenn ich mir beim ein oder anderen Wortwitz und eingebauten Versen eine bessere Übersetzung oder am besten gleich die englische Ausgabe gewünscht hätte.
Jacob, der Hauptcharakter und Ich-Erzähler, ist sechzehn, stammt aus einer wohlhabenden Familie und muss wie jeder von ihnen in der familieneigenen Drogeriekette arbeiten. Eine besondere Beziehung verbindet ihn mit seinem Großvater Abraham, der ihm als Kind oft sonderbare Geschichten über seine Kindheit erzählte. Immer wieder sprach er von einer kleinen Insel vor der walisischen Küste, auf der es ein Heim für besondere Kinder geben soll, in dem Abe einst selbst Zuflucht fand. Alles, was ihm davon geblieben ist, sind ein paar alte Fotos, die Kinder mit scheinbar merkwürdigen Fähigkeiten zeigen. Doch Abraham erzählte auch von düsteren Monstern, welche die besonderen Kinder – und damit auch ihn – verfolgen.
Jacob glaubt schon längst nicht mehr an die Geschichten und hält sie für Märchen, bis er seinen Großvater tödlich verwundet im Wald auffindet und für einen Moment glaubt, ein Monster im Dickicht gesehen zu haben. Und Abrahams letzte Worte, die er an Jacob richtet, gelten wieder der geheimnisvollen Insel:

»Finde den Vogel. In der Schleife. Auf der anderen Seite vom Grab des alten Mannes. 3. September 1940. Emerson – der Brief. Erzähl ihnen, was passiert ist.«

Nur mit dieser Nachricht als Anhaltspunkt macht sich Jacob schließlich auf, um das alte Kinderheim mit seinen besonderen Bewohnern zu finden. Dabei stößt er auf einen Ort, an dem die Zeit stillsteht und trifft auf noch viel mehr Geheimnisse, die bald eine schwere Entscheidung von ihm fordern.

Zwar werden die meisten Fragen um die Insel, die Kinder und die Monster im Laufe der Geschichte beantwortet, doch das Ende selbst ist offen. Die Geschichte ist an dieser Stelle noch nicht zu Ende, sondern fängt für Jacob eigentlich gerade erst richtig an, weshalb ich schon mal gespannt bin auf den zweiten Teil, den der Autor selbst in seinem Blog angekündigt hat.

Fazit

Ransom Riggs’ »Insel der besonderen Kinder« ist ein spannender Mysteryroman, mit dem sich gut ein paar langweilige Stunden füllen lassen und der Lust macht auf den geplanten zweiten Band.

2 Kommentare

  1. Hallo,

    dein Gefühl, was die Bilder angeht, hat dich da nicht getäuscht. Irgendwo habe ich gelesen, dass der Autor die Bilder gesammelt hat und wirklich die Geschichte dazu bzw. darumherum geschrieben hat.

    LG
    Jai

  2. Ja, das steht ja im Buch auch mehr oder weniger auch drin. Ich fand es aber manchmal einfach zu offensichtlich, wenn es in der Geschichte dann irgendwelche Einwürfe gibt, die kaum was zur Sache tun, nur weil man das Foto verwursten wollte.

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