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[REZENSION] Maggie Stiefvater: »Nach dem Sommer«


Maggie Stiefvater
Nach dem Sommer

Originaltitel: Shiver
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1. Auflage, 2010
Hardcover
Seiten: 423
ISBN: 978-3-8390-0108-0

Inhalt
Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf.
Ganz in der Nähe und doch unerreichbar, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Schnee und Kälte, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace, ohne sie jemals anzusprechen. Bis ihn die Kälte wieder in seine wölfische Gestalt zwingt.

Doch in diesem Jahr ist alles anders: Es ist bereits September, als Sam sich verwandelt und Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt. Die beiden finden endlich zueinander. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied. Denn Sam spürt, dass sein letztes Jahr als Mensch gekommen ist.
Meine Meinung
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich vor zwei Jahren in die Buchhandlung kam und meine Kollegin gerade dieses Buch wieder ins Büroregal stellte. Ihre Worte damals: »Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.« Meine Reaktion: Leseexemplar anschauen, für interessant befinden und zum Lesen mit nach Hause nehmen.
Jetzt habe ich das Buch zum zweiten Mal gelesen und obwohl ich die Geschichte bereits kannte, konnte sie mich wieder genauso für sich begeistern wie beim ersten Mal.

Eigentlich bin ich kein Fan von Werwölfen und dergleichen. Doch dieses Buch hat mich damit angezogen, dass es sich hier bei Werwölfen um richtige Wölfe handelt und nicht um sabbernde, blutgierige Bestien, die nach ihrer Verwandlung halb Wolf und halb Mensch sind. Außerdem fand ich die Idee interessant, dass es die Kälte ist, die Sam in seine Wolfsgestalt zwingt und nicht wie so oft der Mond und die Nacht.

Am Anfang plätschert die Geschichte recht ruhig dahin, allerdings ohne dabei langweilig zu sein.
Das Buch besteht aus ganzen 67 Kapiteln, die oft nur ein paar Seiten lang sind. Der einfache, aber ansprechende Schreibstil liest sich leicht und sorgt dafür, dass man kaum merkt, wie man durch die Seiten fliegt.
Erzählt wird dabei meist abwechselnd aus der Sicht von Sam oder Grace, was ganz schön ist, denn so lernt man beide kennen und verstehen. So erfährt man, wie es dazu kam, dass sich Sam jeden Winter in einen Wolf verwandelt und was er deshalb in seinem Leben alles durchmachen musste. Außerdem erlebt man Grace‘ Alltag mit ihren Eltern, die ihr kaum Aufmerksamkeit schenken und immer beschäftigt sind. Und man lernt Grace‘ Liebe zu den Wölfen zu verstehen, die manchmal schon fast an Besessenheit grenzt.

Sechs Jahre haben sich die beiden beobachtet, bis Grace endlich erkennt, was der Wolf mit den gelben Augen wirklich ist. Doch auch als Sam und Grace zueinander finden, ist längst nicht alles gut. Denn jeder Werwolf verwandelt sich nur für ein paar Jahre in einen Menschen zurück und Sam ahnt, dass dieses sein letztes Jahr sein wird. Verzweifelt kämpfen er und Grace deshalb gegen den Winter und die Kälte, die für die beiden den endgültigen Abschied bedeuten können.
Aber nicht nur das. In Mercy Falls treibt ein neuer Werwolf sein Unwesen, der das ganze Rudel in Gefahr bringt, und auch die eifersüchtige Wölfin Shelby macht dem verliebten Paar das Leben schwer.
So finden sich in der Geschichte viele kleine Handlungsfäden, die am Ende alle zusammenpassen, ohne dass das Buch überladen wirkt. Außerdem ist es natürlich eine süße und romantische Liebesgeschichte – auch wenn sich die Beziehung der beiden für meinen Geschmack vielleicht etwas zu schnell entwickelte.

Im letzten Drittel legt das Buch dann noch Einiges an Spannung und Tempo zu, sodass ich es ab hier erst recht nicht mehr aus der Hand legen konnte. Auch das traurig-schöne Ende ist ganz nach meinem Geschmack.
Fazit
Ein schöner Liebesroman, der auch mit weniger Action zu fesseln weiß.

4 Kommentare

  1. Danke! 🙂
    Ich lese gerade den zweiten Teil. Scheint mir von Anfang an ein bisschen spannender zu sein als der erste. Nur die Gestaltung finde ich nicht besonders konsequent gemacht.

  2. huhu
    ich hab das Buch letztens auch gesehen und war mir nicht sicher wie es ist, danke für die Rezi es wandert direkt auf meine Wunschliste

    LG

  3. Hallo und erstmal willkommen auf meinem Blog! 🙂
    Das Buch ist auf jeden Fall sehr schön zu lesen. Die Fortsetzung lohnt sich übrigens auch, die habe ich seit gestern durch. 😉

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