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[REZENSION] Eric-Emmanuel Schmitt: »Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran«


Eric-Emmanuel Schmitt
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Originaltitel: Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran
Fischer
7. Auflage, 2006
Hardcover
Seiten: 100
ISBN: 978-3-596-50957-2

Inhalt
Manchmal klaut Moses, der in Paris lebt, Konserven im Laden von Monsieur Ibrahim und glaubt, dass dieser noch nichts gemerkt hat. Doch der hat den jüdischen Jungen schon längst durchschaut. Denn Monsieur Ibrahim, der für alle nur »der Araber an der Ecke« ist, sieht mehr als andere. Er ist ein verschmitzter Weiser, der viele Geheimnisse kennt – unter anderem die des Glücks und des Lächelns.
Meine Meinung
Nachdem ich »Oskar und die Dame in Rosa« gelesen hatte, wurde mir auch dieses Buch von Eric-Emmanuel Schmitt ans Herz gelegt. Und da mich das letzte so verzaubert hatte, musste ich der Empfehlung einfach nachgeben.
Gekauft habe ich mir das Buch wieder, passend zu »Oskar und die Dame in Rosa«, in der handlichen Ausgabe aus der Fischer Taschenbibliothek.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Moses. Er ist elf Jahre alt und wohnt mit seinem schweigsamen und melancholischen Vater in einer düsteren Wohnung in der Rue Bleue. Moses führt den Haushalt, geht einkaufen und kocht und muss sich zum Dank immer wieder mit seinem scheinbar makellosen älteren Bruder Popol vergleichen lassen, mit dem die Mutter nach Moses‘ Geburt verschwand.
Als sein Vater ihn eines Tages des Diebstahls verdächtigt, beklaut Moses ihn aus Trotz erst recht und legt immer wieder etwas vom Haushaltsgeld zur Seite für seine Besuche bei den Mädchen in der Rue de Paradis. Doch er beklaut nicht nur seinen Vater, sondern auch Monsieur Ibrahim, der einen kleinen Laden an der Straßenecke führt. Als Moses klar wird, dass Monsieur Ibrahim schon längst Bescheid weiß, ist es der Beginn einer Freundschaft, die Moses‘ Leben verändern soll.

Eric-Emmanuel Schmitt ist es auch in diesem Buch gelungen, auf nur 100 Seiten zwei Charaktere zum Leben zu erwecken, die berühren, zum Schmunzeln bringen und nachdenklich machen.
Monsieur Ibrahim, der auf jede Frage in seinem Koran eine Antwort zu finden weiß, der seine Weisheiten mit Moses – den er »Momo« nennt, weil »Moses« zu viel Bedeutung hat – teilt und ihm Tipps gibt, wie er dem Vater noch besser das Geld aus der Tasche ziehen kann (etwa, indem er die Pastete durch Hundefutter ersetzt).
Und Moses, der in der düsteren Wohnung aufwächst, ständig für seine Fehler ermahnt wird und sich ungeliebt fühlt auf der Welt. Moses, der sich erst frei fühlen kann, als der Vater ihn allein zurücklässt.
Dazu der einfache, manchmal philosophische und machmal zum Schmunzeln anregende Schreibstil und eine Geschichte, die berührt und nachdenklich macht.
Fazit
Ein kurzweiliges Buch, das berührt und verzaubert, auch wenn es an »Oskar und die Dame in Rosa« nicht ganz heranreicht.

7 Kommentare

  1. Anonym sagt

    sehr komplex geschrieben
    hätte ich den Film nicht gesehen würde ich noch viele? haben

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