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[REZENSION] Debora Zachariasse: »Flüsterherz«


Debora Zachariasse
Flüsterherz

Originaltitel: Het Fluisterboek
Coppenrath
1. Auflage, Januar 2011
Hardcover
Seiten: 340
ISBN: 978-3-8157-5301-9

Inhalt

»Zu Hause packte ich meine Schultasche aus. Auch die Scherben von Anubis. Und bevor ich mich’s versah, lag ich auf dem Bett und heulte. Ich heulte, weil ich wusste, dass viel mehr kaputtgegangen war als die Figur. Nur was genau, das wusste ich nicht.«

Hausaufgaben, Geigenunterricht, Hockeytraining – das ist das Leben der fünfzehnjährigen Anna. Bis sie Tibby kennenlernt. Die neue Mitschülerin macht, wozu sie Lust hat, ihre Eltern sind fast nie zu Hause und sie badet nackt im Fluss.
Gemeinsam verbringen die Mädchen einen unvergesslichen Sommer und Anna fühlt sich in dem heruntergekommenen Haus am Stadtrand bald schon wohler als zu Hause. Doch Tibby hat Probleme und stellt ihre Freundschaft damit auf eine harte Probe. Anna dagegen ist zum ersten Mal verliebt und würde ihre Zeit am liebsten nur noch mit Easy verbringen. Wie ernst es um Tibby steht, bemerkt sie erst, als es bereits zu spät ist.
Meine Meinung
Auf dieses Buch bin ich durch eine Rezension auf einem anderen Blog aufmerksam geworden. Das Cover sprang mir sofort ins Auge, ebenso wie der Titel. Das Cover sieht aus, als hätte jemand mit Bleistift ein paar Sätze darauf geschrieben, was sehr gut zum Buch passt. Auch auf der Rückseite wurde die Gestaltung weitergeführt.

Im Leben der fünfzehnjährigen Anna ist alles geregelt: Ihr Elternhaus ist immer penibel sauber und aufgeräumt, jeder hält sich brav an seine Termine und darauf ist Verlass. Anna und ihre Familie finden immer alles, was sie suchen – nur nicht einander.
Bei Tibby ist alles anders: Ihre Mutter führt einen Schmuckladen in der Stadt, ihr Vater ist mit seiner Rockband unterwegs. Beide sind nur selten zu Hause, sodass Tibby machen kann, was sie will. Von ihr lernt Anna kochen und wie man einen Gemüsegarten versorgt. Aber auch, wie man die Schule schwänzt und Widerworte gibt.
Mehr als einmal wird Anna zum Direktor geschickt – für sie kein größeres Problem, denn sie schreibt gute Noten, ganz im Gegensatz zu Tibby. Die versinkt immer weiter in einem Sumpf aus verschlampten Notizen und ungemachten Hausaufgaben und überhaupt ist sie sich sicher, dass die Lehrer sie ihrer dunklen Hautfarbe wegen auf dem Kieker haben. Immer wieder bittet sie Anna um Hilfe und die ist natürlich gerne bereit, ihrer Freundin unter die Arme zu greifen. Doch Tibbys Verhalten stellt Annas Geduld immer wieder auf die Probe.

Die Geschichte wird von Anna abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit erzählt. Anna sitzt an ihrem Schreibtisch, ein Buch mit weißen Seiten vor sich. Eigentlich soll sie ihre Gedanken darin niederschreiben, um die Geschichte mit Tibby zu verarbeiten. Doch die Worte wollen nicht aufs Papier fließen. Stattdessen erinnert sich Anna an den Sommer, den sie mit Tibby erlebte, an alles, was passiert ist und was die beiden miteinander erlebten. Das Buch scheint ihr Worte zuzuflüstern. Worte, die Anna zum Nachdenken bringen. Worte, die Anna manche Dinge verstehen lassen. 
Der Schreibstil ist dabei nichts Besonderes, aber die einfache Sprache mit den meist eher kurzen Sätzen passt gut zu Anna und wirkt autentisch für eine fünfzehnjährige Erzählerin. Auch die Dialoge sind meist realistisch und so lässt sich das Buch sehr leicht und schnell weglesen. 


Anna war mir als Hauptcharakter von Anfang an sehr sympathisch, auch wenn ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte. Für mich war nicht ganz verständlich, weshalb sie mit Tibby befreundet ist, obwohl die neue Freundin sie im Grunde genommen die meiste Zeit nur ausnutzt. Meist hat Tibby schlechte Laune und lässt sie an Anna aus, die das zwar nicht gerade toll findet, es aber am Ende doch immer wieder hinnimmt. Sie verteidigt Tibby gegen alle Einwände ihrer Eltern und Lehrer und will ihr trotz allem unbedingt helfen. Außerdem spricht Anna ihre Gedanken oftmals ungewollt laut aus, was hin und wieder zu unfreiwillig komischen Situationen führt.

Das Ende der Geschichte ist ein ziemlicher Schock, nachdem der Leser zuvor noch Hoffnung schöpfen durfte. Dadurch, und auch durch Annas ruhige Art zu erzählen, ist das Buch sehr berührend und gefühlvoll, obwohl es hier und da für meinen Geschmack etwas zu sehr an der Oberfläche bleibt.
Fazit
Ein Buch, das berührt und bewegt, das zum Schmunzeln bringt und zu Tränen rührt. Ein schönes Jugendbuch für zwischendurch.

10 Kommentare

  1. Hach, das klingt wirklich sehr ansprechend! 😉 Das Buch steht auf meiner Wunschliste, vielleicht wäre es der richtige Kauf beim nächsten Mal. Auf jeden Fall eine sehr schöne Rezension!

  2. Danke dir! 🙂
    Das Buch ist was Schönes für zwischendurch, wenn man mal was Leichtes zu lesen braucht. Und es sieht auch sehr hübsch aus im Regal. 😉

  3. Ansich ist der Inhalt so gar nicht meins. Aber ich muss doch loswerden, dass das Cover wirklich klasse aussieht und sofort meine Aufmerksamkeit bekommen hat – direkt gefolgt von deiner Rezension 🙂

    Liebe Grüße
    Marleen

  4. Ja, das Cover fand ich auch sofort super. Und es passt in dem Fall auch gut zur Geschichte, was man ja nicht von jedem Buch behaupten kann. 😉
    Und wenn es der Rezension gleich noch mit Aufmerksamkeit verschafft, umso besser. 😛

  5. Hallo Nikki!

    Danke dir für das Lob. 🙂
    Dein Blog ist ja quasi noch ganz frisch! Da verfolge ich doch gleich mal mit. 😉

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