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Selbstgemachtes, Part I

Heute gibt es mal einen etwas anderen Post von mir. Gestern kam ich nämlich mit besonders guter Laune aus der Uni, denn Dienstags haben wir dieses Semester eine Vorlesung, die sich „Grundlagenpraktikum PrePress – Press – PostPress“ nennt. Klingt schwülstig, ist aber auf Deutsch einfach ein Praktikum, bei dem wir lernen, wie Druckprodukte hergestellt werden, von der Druckvorstufe über den Druck bis zur Weiterverarbeitung. Und es ist ein Praktikum – das heißt: wir dürfen selber machen! 🙂

Das Praktikum besteht aus drei Teilen. Wir lernen also drei verschiedene Bereiche kennen, die wir uns anfangs aussuchen durften.
Im ersten Block hatte ich mich für Digitaldruck entschieden. Die vier Wochen bestanden hauptsächlich daraus, in der Uni am Computer zu sitzen und mit InDesign einen Fotokalender oder ein Fotobuch zu erstellen. Für ein Fotobuch fehlten mir leider die Fotos, deshalb fiel meine Wahl auf den Wandkalender im A5-Format, was gestalterisch natürlich nicht halb so spannend ist.
Interessant war dann aber zumindest das Drucken. So eine Digitaldruckmaschine ist doch etwas anderes als mein kleiner Laserdrucker zu Hause. 😉
Nach vielem Rumprobieren und Anlegen mit dem Dozenten (*hust*) kam dann am Ende tatsächlich ein Kalender raus:

Fertig geworden ist er mehr oder weniger auf die letzte Minute und ich konnte ihn in der Uni nicht mehr schneiden. Meine Versuche mit der heimischen Schere waren nicht so ganz von Erfolg gekrönt, wie man sieht. ^^
Innen besteht der Kalender jeweils aus einem Bild und den Kästchen für die einzelnen Tage. Gedacht war er als eine Art Geburtstagskalender, also ohne Angabe der Wochentage, sodass er jedes Jahr gültig ist.

Nun ja. Die Ergebnisse der anderen im Kurs waren definitiv hübscher, aber interessant war die Herstellung trotzdem.

Gestern war dann der erste Termin des zweiten Blocks. Für mich heißt das: Druckweiterverarbeitung.
Und die Entscheidung war definitiv gut, denn ich hatte gestern sehr viel Spaß und diesmal konnte ich schon nach der ersten Vorlesung ein paar hübsche Ergebnisse mit nach Hause nehmen:

Diese drei Notizbücher sind gestern in Handarbeit entstanden. Papier falten, Umschläge zuschneiden, binden und am Ende beschneiden (diesmal mit der Schneidemaschine und nicht mit der Schere) und das Ganze dreimal hintereinander. Ich bastele ja allgemein sehr gern und ich fand es sehr interessant, zu sehen, dass man solche Hefte ganz einfach selber binden kann, nur mit Nadel und Faden.
Das Falten der Papierbögen hatte ein bisschen was von Origami. 😉 Ich war ja noch nie besonders gut im Papierfalten, weil ich irgendwie nie einen geraden Falz hinbekomme, und ich hatte ja zwischenzeitlich schon Bedenken, dass die Hefte am Ende alle krumm und schief werden würden. Aber siehe da – nach dem Beschneiden sieht man davon nichts mehr und alles sieht hübsch gerade aus. 🙂

Gebunden sind die Heftchen auf drei verschiedene Arten. Das weiße ist geheftet, so wie man das von den meisten Schulheften auch kennt. Die roten sind mit Nadel und Faden gebunden, einmal mit drei Löchern und einmal mit fünf.
Beim Stechen der Löcher war ich wohl etwas zu grobmotorisch, denn die sind, wie man sieht, etwas größer geworden als nötig. *g

Von innen sehen die Hefte dann so aus:

Ich mag Notizbücher ja normalerweise lieber karriert, aber das Papier war natürlich schon vorgedruckt. Außerdem steht auf jeder Seite oben der falsche Studiengang, denn ich studiere nicht „Druck- und Medientechnologie“ – aber man kann eben nicht alles haben. Und immerhin: die Hochschule stimmt. 😉

In den nächsten Wochen gehen wir dann über zu mehrlagigen Broschuren und festen Einbänden und am Ende werden wir dann auch etwas Eigenes herstellen. Ich werde also wahrscheinlich mit einem ganzen Stapel an Notizbüchern aus der Veranstaltung gehen. *g

Im letzten Block steht dann bei mir noch Tampondruck auf dem Plan. Darauf bin ich auch schon gespannt. Aber bis dahin wollen erst noch ein paar Bücher gebunden werden. 😉

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Baujahr 1990, Lektorin und Leseratte. Schreibt auf www.das-buecherei.de übers Lesen und das Leben mit Büchern.

6 Kommentare

  1. Ich studiere Mediapublishing. Und weil damit nie jemand was anfangen kann: das ist quasi alles, was man in Buch- und Zeitungsverlagen so machen kann. 😉

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