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[REZENSION] Jonas Jonasson: »Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand«


Jonas Jonasson
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Originaltitel: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann
carl’s books
1. Auflage, 2011
broschiert
Seiten: 416
ISBN: 978-3-570-58501-8

Inhalt
Eigentlich hat Allan Karlsson allen Grund zum Feiern: Er wird einhundert Jahre alt. Das Problem ist nur, dass er im Altersheim festsitzt, noch alle Fünf beisammen hat und sein Körper sich weigert, das Zeitliche zu segnen. Und zu allem Überfluss hat sich auch noch der Bürgermeister samt Presse angekündigt, um das freudige Ereignis zu begehen.
Allen hat auf all das überhaupt keine Lust. Er steigt kurzerhand aus dem Fenster und verschwindet – zum Busbahnhof. Dort nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Denn als Allan beschließt, den Koffer eines jungen Mannes, auf den er nur kurz aufpassen sollte, kurzerhand mitzunehmen – nicht ahnend, dass sich darin nicht etwa die erhoffte Wechselkleidung, sondern fünfzig Millionen Kronen aus illegalen Drogengeschäften befinden – ist ihm plötzlich nicht nur die versammelte Presse, sondern auch die Polizei und die schwedische Mafia auf den Fersen.
Allan denkt jedoch gar nicht daran, die Millionen zurückzugeben und reumütig ins Altenwohnheim zurückzukehren. Oh nein!
Stattdessen ist es der Auftakt zu einer abenteuerlichen Reise durch Schweden, auf der Allan mit seinen neuen Freunden – dem siebzigjährigen Gelegenheitsdieb Julius, Imbissbudenbesitzer Benny und der hübschen Elefantenbesitzerin Gunilla – nicht nur diverse Leichen zu beseitigen hat.
Meine Meinung
Das Buch fiel mir vor allem durch den ungewöhnlichen Titel und den Elefanten auf dem Cover auf. Der Klappentext versprach eine spannende und humorvolle Handlung – und das Buch wird diesem Versprechen tatsächlich mehr als gerecht!

»Kommissar Aronsson stellte fest, dass er von der Entwicklung der Dinge enttäuscht war. Es wäre viel lustiger gewesen, einen Alten aus den Klauen einer kriminellen Gang zu retten, als daran zu scheitern, die Kriminellen vor dem Alten zu retten.«

Die verwendete Sprache ist relativ einfach und leicht verständlich, mit geradlinigen Sätzen und ohne allzu viele Schnörkel. Die Handlung wechselt dabei zwischen der Gegenwart, in der der hundertjährige Allan Karlsson mit seinen Freunden auf der Flucht vor Polizei und Gaunerbanden ist, und Allans Vergangenheit. Gekennzeichnet wird der Wechsel am Kapitelanfang jeweils durch die Angabe des Datums mit der Jahreszahl.

Beide Seiten der Handlung sind dabei auf ihre Art unterhaltsam. Denn obwohl Allan für Politik so gar nichts übrig hat, ist er auf die eine oder andere Art in alle wichtigen historischen Ereignisse der letzten hundert Jahre verwickelt. So hilft der selbsternannte Sprengstoffexperte mal eben ganz nebenbei bei der Erfindung der Atombombe und führt tiefsinnige Gespräche mit Staatschefs und Rebellenführern.
Die teilweise sehr langen politischen Dialoge sind dabei etwas zäh, besonders, wenn sich der Leser selbst nicht für Politik und Geschichte interessiert. Aber der trockene Humor gleicht die Längen aus. So schafft es Allan im Laufe seines langen Lebens immer wieder, sich aus brenzligen Situationen zu befreien – meist mit viel Glück, Intelligenz und einer ganzen Menge Sprengstoff.
Fazit
Ein unterhaltsamer Abenteuerroman, vor allem für Politik- und Geschichtsinteressierte mit viel Humor.

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