Allgemein
Kommentare 4

Selbstgemachtes, Part II

Vor einigen Wochen hatte ich ja schon mal von dem tollen Praktikum berichtet, das ich dieses Semester jeden Dienstag habe. Der zweite Block, die Druckweiterverarbeitung, ist vorerst vorbei und gestern konnte ich endlich das Ergebnis von letzter Woche mit nach Hause nehmen. 🙂
Aber von vorn.

Im ersten Post hatte ich ja die Notizhefte gezeigt, die wir in der ersten Woche mit Nadel und Faden gebastelt hatten. In der zweiten Woche waren auch wieder Notizhefte dran, diesmal aber geklebt:

Die Hefte sind jeweils wieder unterschiedlich gebunden und etwas dicker als die ersten. Von innen sehen sie aber wieder genauso aus, was das Papier angeht.



Außerdem gab es auch in dieser Vorlesung noch ein drittes Heft, das allerdings nicht klebegebunden ist, sondern mit Drahtkammbindung:



Das Papier ist diesmal unliniert und war schon fertig zugeschnitten, sodass wir nicht mehr viel Arbeit damit hatten. Nur noch maschinell die Löcher stanzen und den Drahtkamm zuschneiden und einlegen – fertig!
Hättet ihr gewusst, dass Drahtkamm- und Spiralbindung zwei verschiedene Dinge sind?

In der dritten Woche ging es dann ans Eingemachte: ein „richtiges“ Buch! Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie ich finde:

Das Buch hat im Gegensatz zu den Notizheften einen festen Einband, den wir komplett selber hergestellt haben. Vom Stoff zuschneiden über Pappeinlagen einkleben und mit Goldfolie prägen – und feststellen, dass das dauerhafte Einatmen von Leimdämpfen zuweilen merkwürdige Auswirkungen auf die geistige Verfassung aller Beteiligten hat und zu merkwürdigen Gesprächsthemen führt. *g
Auch der Buchblock ist hier wieder vollständig selbstgemacht. Angefangen von Papier falten, Vorsatzpapier ankleben und das Ganze wieder mit Nadel und Faden zusammenheften. Am Ende noch schneiden, Kapitalband und Lesebändchen anbringen und den Buchblock in den Einband kleben.



Leider ist mir beim Papierfalten ein Bogen etwas eingerissen, was ich aber erst nach dem Binden bemerkt habe. Deshalb hat das Buch nun im hinteren Teil zwei, drei eingerissene Seiten. Aber trotzdem sieht es klasse aus und das Herstellen hat super viel Spaß gemacht. Und wieder stehe ich vor der Frage: Was fange ich jetzt damit an?

Der vierte Termin, bei dem wir dann ein komplett eigenes Projekt realisieren dürfen, ist leider erst in drei Wochen. Jetzt ist erstmal Tampondruck angesagt – Gläser und Schüsseln bedrucken, statt Bücher und Hefte. Ich liebe diese Praxisveranstaltung!

Kategorie: Allgemein

von

Baujahr 1990, Lektorin und Leseratte. Schreibt auf www.das-buecherei.de übers Lesen und das Leben mit Büchern.

4 Kommentare

  1. Awww, wie schön! Sowas will ich auch können! Und herrje, welch Schande, dass wir den Großteil unserer Worte sprechen oder im www lassen, sonst hätte man dafür sicher 1.000 tolle Verwendungen… 🙂

    • Bei mir landen vermutlich wesentlich mehr Worte auf Papier als von mir ausgesprochen werden, von daher habe ich damit kein Problem. Aber wenn ich so ein Notizbuch vor mir habe, ist es mir für normale Gedanken viel zu schade, weil ich dann immer denke, dass ich das Buch damit versauen könnte oder so. 😀

    • Pff, du könntest ruhig noch viel mehr reden. Vielleicht solltest du das Buch vollschreiben und mir dann zurückgeben? 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.