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Das Ende einer Ära

Es war nach drei Uhr heute Morgen, als ich „Warriors – The Last Hope“ zur Seite gelegt habe. Eigentlich hatte ich vor dem Schlafengehen nur noch ein paar Seiten lesen wollen, aber als der finale Kampf der Warrior Clans einmal begonnen hatte, konnte ich natürlich nicht einfach mittendrin aufhören. So waren die letzten hundert Seiten dann mal eben ausgelesen – und so, wie das Ende klingt, war das wohl tatsächlich das letzte Buch der Serie. Zumindest, was den zeitlichen Verlauf der Handlung angeht.

Nach vierundzwanzig Bänden voll Spannung, Intrigen und blutigen Kämpfen haben es die Clans also endlich geschafft, alle ihre offenen Rechnungen zu begleichen. Und ja, so grandios das Ende auch war, ein wenig stimmt es mich traurig.
Ich weiß noch genau, wie ich damals, 2008, zum ersten Mal auf die Buchserie aufmerksam wurde. Passenderweise hatte ich gerade ein zwei Wochen altes Kätzchen zur Aufzucht auf dem Schoß sitzen (das Kätzchen ist heute vier Jahre alt und kein bisschen erwachsen geworden – ich behaupte, dass das nicht an mir liegt! ;)) und meinen alten Laptop neben mir, als ich in einem Internetforum auf die Warrior Cats stieß. Die Geschichte klang toll und Katzen hatten es mir ja sowieso angetan, also bestellte ich kurzerhand die ersten sechs Bücher als Box Set bei Amazon. Auf englisch, weil an die deutschen Ausgaben damals noch gar nicht zu denken war.

Wie alles begann …

Als das Paket dann endlich ankam, war ich schon ziemlich gespannt auf die Bücher. Deshalb mussten sie unbedingt mit ins Reisegepäck für den anstehenden Urlaub. Und während meine Eltern sich abends auf Teneriffa die Animateure am Hotelpool anschauten, steckte ich mit der Nase manchmal so tief im aktuellen Buch, dass ich nicht mal hörte, wenn sie wieder ins Zimmer kamen. Am Ende der Woche hatte ich alle sechs Bücher gelesen – und war so gefesselt, dass ich sofort die nächsten Bücher bestellen musste, sobald ich wieder zu Hause ankam.

Seitdem haben mich die Warriors in unregelmäßigeren Abständen durch die letzten Jahre begleitet, haben mehrere Umzüge mitgemacht und hatten in der Zeit immer einen Sonderplatz auf meinem Regal. Während der Ausbildungszeit in der Jugendbuchabteilung machte ich es mir zum Hobby, die deutschen Ausgaben an den Mann bzw. meist doch eher die Frau zu bringen, und obwohl ich genug andere Bücher hätte lesen sollen, musste ich doch hin und wieder den neusten englischen Band der Reihe einschieben.

Dabei stelle ich gerade fest, dass die Warriors die einzige Buchreihe sind, die ich jemals angefangen habe. Noch ein Grund zur Wehmut, auch wenn die dritte und vierte Staffel längst nicht mehr so fesselnd waren wie die ersten sechs Bücher. Trotzdem habe ich mir jedes neue Buch gekauft und auch die Sonderbände, Mangas und Field Guides wanderten irgendwann in mein Regal. Das Foto hatte ich neulich schon einmal in einem Post gezeigt, aber so sieht die komplette Sammlung aus:



Plus zwei Bücher, die zu der Zeit noch nicht gelesen waren, sowie ein E-Book, das es nicht in gedruckter Form zu kaufen gibt. Außerdem sollen dieses Jahr noch ein Sonderband und ein weiterer Field Guide erscheinen. Und wie ich gerade festgestellt habe, ist für 2013 eine neue Staffel angekündigt, die allerdings zeitlich vor den anderen Büchern spielen soll.

Das Ende war an sich keine große Überraschung – die Autorinnen hätten sich wohl kaum die Mühe gemacht, die Katzen durch so viele Bücher zu jagen, um die Clans dann im letzten Band untergehen zu lassen. Aber der eine oder andere Tod kam dann doch sehr überraschend. So ist das Buch sowohl ein Ende als auch ein Neubeginn. Die alten Charaktere räumen das Feld und überlassen ihren Platz den jungen. Was mich ein bisschen traurig gemacht hat, denn die alten Figuren aus den ersten Bänden habe ich geliebt wie in keinem anderen Buch. (Jaaa, ich leide mit fiktiven Katzen!) Da konnte ich ganze Stammbäume herbeten, kannte Fellfarben und -muster auswendig und das eine oder andere Ableben konnte ich den Autorinnen nie ganz verzeihen.
Und mal im Ernst: warum konnte man Firestar und Spottedleaf nicht wenigstens im Tod ein Happy End gönnen?!

Nun ja. Vorerst brauche ich mir nun wohl doch keine Gedanken machen, wo ich ein neues Regal für meine Sammlung herbekomme bzw. an welcher Ecke ich das nächste Brett anbauen soll.
Schade eigentlich.
Aber zwei Bücher liegen ja immer noch ungelesen auf meinem Schreibtisch und im letzten Buch wird Werbung für eine neue Reihe von Erin Hunter gemacht – obwohl eine Serie über Hunde für mich verdächtig nach billigem Abklatsch riecht.

So werde ich mich wohl oder übel anderen Büchern zuwenden müssen. – Auf meiner Wunschliste gibt es ja sooo wenige davon. *hust*

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Baujahr 1990, Lektorin und Leseratte. Schreibt auf www.das-buecherei.de übers Lesen und das Leben mit Büchern.

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