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[REZENSION] Ali Lewis: »Es wird schon nicht das Ende der Welt sein«


Ali Lewis
Es wird schon nicht das Ende der Welt sein

Originaltitel: Everybody Jam
cbj
1. Auflage, September 2011
EPUB
Seiten: 320
ISBN: 978-3-641-06140-1

Inhalt

»Ich glaub, wir konnten nicht mehr so tun, als ob alles normal wäre. Nichts war normal. Ich glaub, es war schon ewig nicht mehr normal gewesen. Und ich fragte mich, ob es je wieder normal werden würde.«

Das Leben auf einer Rinderfarm in der australischen Wüste ist alles andere als einfach für den dreizehnjährigen Danny. Seit dem tragischen Unfall seines Bruders läuft alles aus dem Ruder. Zu allem Überfluss kehrt die gerade einmal vierzehnjährige Sissy schwanger aus dem Internat zurück und will den Vater des Kindes nicht preisgeben. Und als wäre das alles nicht schon turbulent genug, stellen Dannys Eltern auch noch die völlig unfähige Backpackerin Liz als Hausmädchen ein, das alles durcheinander bringt. Halt gibt dem Jungen nur Buzz, das kleine Kamel, um das er sich kümmert.
Als der jährliche Viehauftrieb in einer Katastrophe zu enden droht, muss die Familie zeigen, dass sie trotz aller Probleme zusammenhält.
Meine Meinung
Auf dieses Buch bin ich in der Buchhandlung aufmerksam geworden, da das Cover auffällt und mir der Klappentext zusagte. Nach dem Lesen bin ich der Meinung, dass der Originaltext nicht ganz dem Inhalt des Buches entspricht, aber diesen zusammenzufassen, ist auch nicht gerade leicht. Im Buch werden sehr viele verschiedene Konflikte besprochen, doch ein zentrales Thema lässt sich nur schwer finden.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des dreizehnjährigen Daniel Dawson, von allen Danny genannt, der mit seinen Eltern, seinen Schwestern Sissy und Emily und den diversen Angestellten auf der Rinderfarm Timber Creek lebt. Sprache und Schreibstil sind sehr einfach gehalten und bieten keinen besonders hohen Anspruch. So liest sich das dünne Buch sehr leicht und schnell weg. Ich hatte dabei allerdings oft einen viel jüngeren Erzähler vor Augen und keinen dreizehnjährigen Jungen.

Dass in der Familie vieles aus dem Ruder läuft, bekommt man als Leser sehr schnell mit. Gleich auf der ersten Seite wird man in Dannys Gedanken geworfen und mit der Schwangerschaft der Schwester konfrontiert. Danny ist das alles gar nicht recht. Er ist sauer auf Sissy und wirft ihr vor, dass sie mit dem Baby alles kaputt machen würde. Denn seit sich alles nur noch um Sissy und das Baby dreht, scheint der Unfall des älteren Bruders Jonny in Vergessenheit zu geraten. Danny scheint der Einzige zu sein, der noch an Jonny denkt, während das Thema vom Rest der Familie lieber totgeschwiegen wird, was Danny sehr belastet. Auch die Frage, wer der Vater von Sissys Baby ist, bringt regelmäßig Streit und Unruhe in die Familie.

Die Vorkommnisse um das neue Hausmädchen Liz, die von Danny nur »die Pommie« genannt wird, sind teilweise recht unterhaltsam. Die britische Backpackerin hat von nichts Ahnung und sorgt damit für einige Turbulenzen. Allerdings wird sie von Danny durchweg als ziemlich doof hingestellt, was auf Dauer ein wenig eintönig sein kann. 

Süße Gestaltung am Kapitelanfang

Doch Danny ist auch aufgeregt: Es ist sein letztes Jahr auf der Farm, bevor er den Unterricht im Internat besuchen wird, das sich viele Meilen weit weg in der nächsten Stadt befindet. Außerdem will er in diesem Jahr mit seinem Vater und den Männern beim Viehauftrieb dabei sein und muss nebenbei auch noch das kleine Waisenkamel Buzz trainieren, dem er sich angenommen hat.
Alle diese Themen werden immer wieder abwechselnd in der Geschichte behandelt und vor allem die Geschehnisse beim Viehauftrieb nehmen sehr viel Raum ein. Die Beschreibungen sind hier teilweise etwas monoton und wenig spannend.
Das Buch bespricht auch Themen wie Rassismus, Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen und Dannys jugendlichen Kampf um Aufmerksamkeit und Anerkennung. Damit regt das Buch zum Nachdenken an, erschien mir insgesamt allerdings zu kurz, um wirklich alle diese Konflikte tiefgründig genug zu behandeln, sodass die Erzählung eher oberflächlich bleibt.
So plätschert die Geschichte recht ruhig dahin. Zwar wird es gegen Ende etwas hektischer, doch wer große Spannung sucht, wird in diesem Buch nicht fündig.
Fazit
Ruhige Unterhaltung für zwischendurch, die aber nicht lange nachhallt.

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