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[REZENSION] Philippe Pozzo di Borgo: »Ziemlich beste Freunde«


Philippe Pozzo di Borgo
Ziemlich beste Freunde

Originaltitel: Le second souffle
Hanser Berlin
1. Auflage, März 2012
Hardcover
Seiten: 246
ISBN: 978-3-446-24044-5

Inhalt
Philippe Pozzo di Borgo ist Geschäftsführer der Firma Champagnes Pommery, als er 1993 mit dem Gleitschirm abstürzt und vom Hals an querschnittsgelähmt bleibt. Er ist 42 Jahre alt und braucht einen Intensivpfleger. Der arbeitslose Ex-Sträfling Abdel erscheint zum Vorstellungsgespräch und kriegt den Job.
Mit seiner ungehobelten, lebensfrohen und authentischen Art wird Abdel zu Philippes »Schutzteufel«. Zehn Jahre lang pflegt er ihn, begleitet ihn durch alle dramatischen und komischen Momente seines Lebens – und gibt ihm mit seiner Vitalität die Lebensfreude zurück.
Meine Meinung
Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch natürlich durch den gleichnamigen Kinofilm, den ich sehr gut fand. So wird es sicherlich den meisten Lesern gehen. Doch von dem aufgesteckten Filmcover, das als Umschlag um das Buch gelegt ist, sollte man sich nicht täuschen lassen. Denn auch, wenn der Autor eine der Hauptfiguren des Films ist – das Buch ist mit dem Film kaum zu vergleichen.

Bei dem Buch handelt es sich um die Biografie von Philippe Pozzo di Borgo, der nach einem Absturz mit dem Gleitschirm vom Hals ab querschnittsgelähmt bleibt. Doch das Buch setzt viel früher ein. So wird zu Beginn erst einmal der Stammbaum der Pozzos beleuchtet. Und auch vor dem Umfall war in Philippes Leben nicht alles perfekt. So erzählt er von seiner großen Liebe Beatrice, die an Krebs erkrankt ist, und von den vergeblichen Versuchen, ein Kind in die Welt zu setzen. Schließlich wird der Unfall und die Behinderung ausführlich thematisiert.
Erst im letzten Drittel des Buches geht es wirklich um die Erlebnisse mit »Schutzteufel« Abdel und man entdeckt die eine oder andere Begebenheit aus dem Film wieder. Doch insgesamt wird man feststellen, dass der Film ausschließlich auf Unterhaltung und Witz getrimmt ist, während das Buch schonungslos alle guten wie schlechten Erinnerungen des Autors aufgreift.

Dabei geht der Autor nicht immer ganz chronologisch vor, sondern eher thematisch, was mich zeitweise verwirrte. Denn so fällt es manchmal schwer, die Ereignisse zeitlich einzuordnen.
Die Sprache wechselt zwischen einfachen, leicht zu lesenden Passagen und philosophischen, metaphorisch erzählten Abschnitten und Gedanken. Gegen Ende tauchen auch Ausschnitte aus Briefen auf und Hinweise auf bestimmte Ereignisse und ähnliches werden mit Anmerkungen des Autors erklärt, die in Fußnoten untergebracht sind.
Fazit
Alles in allem eine sehr interessante, aber nicht immer einfache Lektüre, die mit dem Film nicht allzu viel gemeinsam hat.

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