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[REZENSION] Ingrid Lee: »Katzenjagd«


Ingrid Lee
Katzenjagd

Originaltitel: Cat Found
Chicken House
1. Auflage, Mai 2012
EPUB
Seiten: 192
ISBN: 978-3-646-92298-1

Inhalt
Sie stolpert Billy direkt vor die Füße – total verdreckt, halb verhungert und beinahe blind. Da kann Billy die Katze doch nicht so einfach im Stich lassen! Also nimmt er sie heimlich mit nach Hause und pflegt sie gesund. Nur sein Vater darf auf keinen Fall von Conga erfahren. Er hasst Katzen! – Und er ist nicht der Einzige. Die ganze Stadt will die herrenlosen Ruhestörer loswerden und ausgerechnet jetzt bekommt Conga auch noch Junge. Billy muss die Katzenjagd unbedingt verhindern, sonst ist auch Conga in Gefahr.
Meine Meinung
Ein Zeitungsartikel, der zum Töten herrenloser Streuner aufruft. Eine gnadenlose Jagd auf ausgesetzte Haustiere, die zu Ruhestörern und Dieben verwahrlost sind. Ein Junge, der durch Zufall seine Liebe zu einem solchen Tier entdeckt und die Jagd nun zu verhindern versucht.
Klingt bekannt? – Stimmt. Die Geschichte erinnert stark an »Wunderhund« und im Grunde genommen könnte ich meine Rezension dazu Wort für Wort übernehmen. Normalerweise würde ich jetzt sagen »dreiste Kopie«, aber – Überraschung – die Autorin ist bei beiden Büchern dieselbe. Allzu viel Kreativität hat Ingrid Lee damit wohl eher nicht bewiesen. Eine schöne Geschichte ist ihr dennoch auch hier wieder gelungen. Denn wer »Wunderhund« mochte, wird auch »Katzenjagd« lieben.

Der Schreibstil ist wieder sehr einfach und leicht zu lesen. Der Chicken House Verlag hat auch diesem Buch ein sehr süßes Cover sowie eine knuffige Gestaltung der Kapitelanfänge spendiert, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat. Denn für jedes Kapitel kommt eine Fischgräte hinzu – zum Mitzählen. 😉

Die Geschichte selbst ist wieder sehr süß und berührend und meiner Meinung nach auch etwas spannender – und vor allem realistischer – als bei »Wunderhund«. Die Charaktere sind sehr ähnlich zum Vorgängerroman: Zum einen ist da natürlich Conga, die schlaue Katze, die anfangs lieblos ausgesetzt wird und sich durch die Stadt schlägt, bis sie schließlich dem jungen Billy vor die Füße stolpert. Der zögert zuerst, kann das verletzte Tier aber dann doch nicht einfach seinem Schicksal überlassen und quartiert Conga kurzerhand in seinem Kinderzimmer ein. Heimlich natürlich, denn auch die Rolle des strengen, Haustieren nicht besonders zugetanen Vaters ist aus »Wunderhund« schon bekannt. Und schließlich gibt es da noch die beiden Jugendlichen Salome und Luke, denen das Wohl der Katzen ebenso (heimlich) am Herzen liegt wie Billy und mit denen er Pläne zur Katzenrettung schmiedet.
Gerade die letzten beiden Charaktere fand ich recht interessant und gut gezeichnet. Die anderen Figuren, allen voran Billys Vater, bleiben dagegen eher blass und dienen wieder mehr der Klischee-Erfüllung.

Einziger Minuspunkt: Die Wendung der Geschichte und das Umdenken der Leute geht auch in diesem Roman wieder viel zu schnell, so als hätte man einen Schalter umgelegt. So ist der Roman sehr kurz und schnell ausgelesen, aber dennoch ist Ingrid Lee auch mit »Katzenjagd« wieder ein zu Herzen gehender Roman für Tierliebhaber gelungen.
Fazit
Ein süßer Roman für Katzenfreunde mit einer knuffigen Gestaltung, der mir insgesamt etwas besser gefallen hat als der Vorgänger »Wunderhund«.

4 Kommentare

  1. Das mag ich auch noch lesen. Dass das Buch auch von ien so süß gestaltet ist wusste ich noch nicht, deswegen danke für den bildhaften Einblick 🙂

    LG
    Jai

    • Immer gern. 🙂 Ich fand die Gestaltung so knuffig und musste bei jedem Kapitel wieder schmunzeln, weil die Fischgräten wirklich immer mehr werden. Ich dachte, das muss man einfach mal zeigen, hihi.

  2. Die Rezension zu "Katzenjagd" habe ich auch gerade diese Woche online gestellt . . .
    Du hast schon recht, es ähnelt seinem VOrgänger sehr. Mir hat jedoch "Wunderhund" noch etwas besser gefallen, obwohl ich eigentlich die Katzenliebhaberin bin . . .
    Aber ich finde es wirklich toll, dass es doch noch eine Autorin gibt, die schöne Tierbücher schreibt, denn das gibt es heutzutage kaum mehr – und das, obwohl auch die heutigen Kids gerne Tiere haben . . .

    lG Favola

    • Mir war der Wunderhund etwas zu wunderlich am Ende. Aber ich fand beide Bücher süß.
      Dass es noch schöne Tierbücher gibt, finde ich auch toll. Wenn man ein bisschen stöbert, findet man aber auch noch ein paar mehr. 😉

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