Allgemein, Rezensionen, vier Eier
Kommentare 6

[REZENSION] Nina Blazon: »Zweilicht«


Nina Blazon
Zweilicht

cbt
1. Auflage, August 2011
Hardcover
Seiten: 411
ISBN: 978-3-570-16117-3

Inhalt
Der 17-jährige Jay ist in der Stadt seiner Träume angelangt – ein Jahr wird er als Austauschschüler in New York, der Heimat seines verstorbenen Vaters, verbringen. Gleich zu Beginn verliebt er sich in die geheimnisvolle Madison mit den Indianeraugen. Doch was er keinem zu erzählen wagt: Hin und wieder taucht ein anderes Mädchen auf, das außer ihm niemand zu sehen scheint. Sie nennt sich Ivy und er kann nicht aufhören, an sie zu denken. Bis sie ihn schließlich in eine verwunschene Welt entführt, die seit Jahrhunderten kein lebender Mensch betreten hat. Als auch im New York der Gegenwart die Geister und Dämonen erwachen, beginnt für Jay ein Kampf auf Leben und Tod. Der Dämon mit dem Herzen aus Eis ist ihm auf der Spur und giert nach menschlichen Seelen. Und Jay muss sich entscheiden – zwischen zwei Mädchen, zwei Leben, zwei Wirklichkeiten …
Meine Meinung
Nachdem ich vor längerer Zeit schon »Faunblut« gelesen hatte, wollte ich mir auch die anderen Bücher von Nina Blazon vornehmen und als mir »Zweilicht« recht günstig in die Hände fiel, musste ich es auch gleich lesen.

Zunächst war ich mir sicher, dass das Buch nicht mit »Faunblut« mithalten könnte, denn der Anfang las sich zwar schnell und leicht, aber nicht besonders spannend. Die erste Szene lässt den Leser erstmal ratlos zurück, denn man hat keine Ahnung, wer die handelnden Personen sind und Jay, den man als einzigen aus dem Klappentext kennt, kommt nicht wirklich vor. So hat man erstmal noch einige Fragezeichen mehr über dem Kopf als vor dem Lesen. Aber das wärt zum Glück nicht allzu lange, denn schnell beginnt die Geschichte um Jay, den deutschen Jugendlichen, der vor seiner Mutter nach Amerika flüchtet, woher sein verstorbener Vater stammt. New York ist die Stadt seiner Träume, hier möchte er ein neues Leben beginnen und das alte weit hinter sich lassen.

Eine Zeit lang entwickelt sich der Roman als normale Teenagergeschichte, mit Schulalltag und Familienstress, einer jungen Liebe und neuen Freundschaften, die sich in dem fremden Land erstmal finden müssen. So weit, so unspannend. Aber schnell wird klar, dass hier nicht alles so ist, wie es scheint.
Jays Liebe Madison verhält sich merkwürdig und als dann auch noch Ivy auftaucht, die aus irgendeinem Grund Jays Beziehung zu Madison zu untergraben versucht, fängt die Geschichte erst richtig an. Ab hier wird es zunehmend spannender, bis ich das Buch im letzten Drittel gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Die Geschichte überrascht mit einer interessanten Wendung, die sich nicht vorhersehen lässt, und einer Welt, die ich so lebhaft vor Augen hatte, als wäre ich mittendrin gewesen.

Auch die Charaktere wachsen einem beim Lesen ans Herz. Jay und vor allem Ivy waren mir sehr sympathisch mit ihren Eigenheiten. Ivys für den Leser zunächst nicht nachvollziehbaren Handlungen machen sie zusätzlich interessant, da man lange Zeit nicht weiß, auf welcher Seite sie eigentlich steht.
Einziges Manko, neben der fehlenden Spannung am Anfang, waren für mich die Kapitel um Mo, das seltsame Mondmädchen. Wer oder was sie ist und warum sie Jay zu beobachten scheint, bleibt lange Zeit geheim, sodass ich die Kapitel weder in die Handlung einordnen noch mir ein Bild von den Figuren machen konnte. Letzteres blieb leider auch bis zum Schluss der Fall. Ich weiß immer noch nicht, wie ich mir Mo und die anderen Figuren aus ihrer Gruppe vorstellen darf.

Der Schreibstil ist wie gewohnt einfach und passend zum Alter der Charaktere. Trotzdem sind die Beschreibungen lebendig und fesselnd, so wie ich auch »Faunblut« in Erinnerung hatte. Alles in allem eine gelungene Geschichte, bei der man keine Wendung vorhersehen kann, die einen damit immer wieder gefangen nimmt und bei der man bis zum Schluss nicht weiß, auf wessen Seite man stehen soll.
Fazit
Ein Roman, der nicht die typische Gut-Böse-Geschichte erzählt. Denn hier ist absolut nichts so, wie es scheint.

6 Kommentare

  1. Wunderbare Rezension! Auf mich wartet noch "Faunblut" von Nina Blazon, vielleicht stöbere ich als nächstes in "Zweilicht" 🙂

    Schönes Wochenende, lieber Buck 🙂

    • "Faunblut" fand ich super. Da konnte "Zweilicht" dann doch nicht ganz mithalten. Ich habe von Nina Blazon noch "Ascheherz" auf der Wunschliste und für den nächsten Kauf schon ins Auge gefasst. Da bin ich auch mal gespannt. 🙂

  2. Noch nicht ganz. Ist aber seit gestern tatsächlich bestellt, weil ich noch einen uralten Buchhandlungsgutschein hier rumfliegen hatte. Blöderweise ist die Buchhandlung in meiner Heimat, deshalb dürfen meine Eltern die Bestellung abholen und ich bekomme die Bücher erst zu Weihnachten. 😀

  3. .lach. 😀 Kommt mir bekannt vor 😀 Aber so wie ich das seh, bist du bis Weihnachten eh mit tollem Lesestoff eingedeckt 😀

    • So wie ich das sehe, reicht mein aktueller Lesestapel noch weit über Weihnachten hinaus und dieses Jahr gibt's zu Weihnachten dann vermutlich auch noch Bücher geschenkt – das gab's bei mir seit Jahren nicht mehr. 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.