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[REZENSION] John Green: »Das Schicksal ist ein mieser Verräter«


John Green
Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Originaltitel: The Fault In Our Stars
Hanser
1. Auflage, Juli 2012
Hardcover
Seiten: 285
ISBN: 978-3-446-24009-4

Dieses Buch sprang mir ganz zufällig in der Buchhandlung ins Auge und schon die ersten Seiten hatten mich so überzeugt, dass ich am liebsten an Ort und Stelle das ganze Buch gelesen hätte. Da das aber nicht möglich war, landete es in der Einkaufstüte – und wurde kurze Zeit später verschlungen.

Hazel Grace ist sechzehn Jahre alt und leidet an Krebs. Ihre Sauerstoffflasche und ein Beatmungsgerät sind ihre ständigen Begleiter. Um ihrer Mutter einen Gefallen zu tun, besucht Hazel hin und wieder die kirchliche Selbsthilfegruppe für krebskranke Kinder, die sie eigentlich ziemlich doof und langweilig findet. Weitere Teilnehmer der Gruppe sind unter anderem der erblindete Isaac und der gut aussehende Junge, der sich Hazel als Augustus Waters vorstellt. Er gilt zwar als geheilt, verlor jedoch ein Bein an den Krebs.
Augustus ist der erste, mit dem Hazel auch außerhalb der Selbsthilfegruppe etwas unternimmt und die beiden entdecken nicht nur einige Gemeinsamkeiten, sondern auch ihre Liebe zu einander. Außerdem verbindet sie die Vorliebe für ein bestimmtes Buch, dessen Ende Hazel unbedingt wissen will. Doch ihre Versuche, den Autor zu kontaktieren, schlugen bisher fehl. Am Ende ist es ausgerechnet Augustus, der ihr ihren größten Wunsch erfüllt – eine Reise nach Amsterdam und ein Treffen mit dem Autor Peter van Houten.

»Der Grund, aus dem ich zur Selbsthilfegruppe ging, war derselbe, aus dem ich Krankenschwestern mit einer gerademal achtzehn Monate langen Ausbildung erlaubte, mich mit Medikamenten mit exotischen Namen zu vergiften: Ich wollte meine Eltern glücklich machen. Denn es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit sechzehn an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt.«

Die Charaktere in diesem Roman sind mir alle sehr schnell ans Herz gewachsen. Vor allem Hazel als oftmals zynische Ich-Erzählerin, die für ihre Krankheit kein Mitleid will, obwohl sie ihr aufgrund des Sauerstoffgerätes jeder ansehen kann. Auch Augustus Waters (der von Hazel fast immer mit seinem Nachnamen genannt wird) war mir sehr schnell sympathisch, ebenso wie Isaac, der im Laufe des Buches nicht nur sein Augenlicht, sondern auch seine Freundin verliert. Mit allen drei Figuren leidet man als Leser mit und wünscht sich, man könnte ihnen helfen.
Als sehr interessanter Charakter stellt sich schließlich auch Peter van Houten heraus, der kauzige Autor von Hazels Lieblingsbuch, der dem Alkohol zuspricht und ansonsten die ganze Welt zu verachten scheint.

John Greens Schreibstil ist einfach, aber ansprechend, und so ist das Buch sehr schnell gelesen. Dabei geht es sehr zu Herzen, obwohl es nicht mit der bekannten Mitleidsmasche daher kommt. Das Ende ist dennoch tragisch, vor allem, da es den Leser so unerwartet trifft.
Fazit
Ein etwas anderes Krebsbuch, das eine berührende Geschichte auf eine nicht mitleidheischende und ganz unkitschige Art erzählt. Voller Humor – und doch bitter ernst.

3 Kommentare

  1. Hallo Moena.
    Ein Roman, der gerne gelesen und gemocht wird. Vielleicht, weil er uns die ungerechte Tragik des Lebens nicht im mindesten "erklären" will ("Gottes Wege" ect.), aber die gemachten Schritte darin ein Stück näher bringt.

    Wohl ist das Buch auch deshalb schnörkellos überzeugend, weil Green Zeit in einem Kinder-Hospitz erlebt hat.

    bonté

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