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Neuzugang Januar 2013

Eigentlich (warum beginne ich Neuzugangsposts so oft mit „eigentlich“?) wollte ich mir bis zu meinem Umzug in nicht mal mehr fünf Wochen keine neuen Bücher mehr kaufen. Aber es sieht ganz so aus, als würde mein Stapel an noch zu lesenden Büchern einfach nicht kleiner werden wollen. Erst kam letzte Woche das Leseexemplar von Dressler, das ich auch sofort angefangen habe zu lesen. Und gestern erreichte mich dann die liebe E-Mail eines Autors, der mir sein Buch vorstellte:

Helmut Pöll
„Die Elefanten meines Bruders“

Billy Hoffmann ist zehn und findet es doof, dass zwischen seinem Vor-
und Nachnamen kein „Tiee“ steht wie bei einem Amerikaner. „Tiee“ stünde
für Trevor oder Timothy, was ziemlich cool wäre. Sein größter Wunsch ist
es, mit seinem großen Bruder Phillipp in den Zirkus zu den Elefanten zu
gehen. Das kann er aber nicht, weil der Bruder am Vorabend der
Vorstellung überfahren wird. Mit seinen zehn Jahren leider er an ADHS. „Das habe ich aber gar
nicht“, sagt er. „Ich habe nur viel Energie“. Deshalb rennt er auch
zwanzigmal um die Säule vor der Tiefgarageneinfahrt, bis seine Mutter
das Auto geholt hat – und muß zwanzigmal in anderer Richtung
zurückrennen, bevor er einsteigen kann. Die Welt der Erwachsenen erlebt
er als willkürlich und zutiefst verstörend. Auf keinen Fall
erstrebenswert. „Erwachsene haben ja oft Migräne. Das kommt, wenn das
Hirn nicht mehr so leistungsfähig ist wie bei einem Kind. Dann warten
die Erwachsenen auf schlechtes Wetter und bekommen Migräne.“ Von Beruf
will er später mal Spaziergänger werden, vielleicht auch
Raumkreuzerkommandant. Sein Rüstzeug für den Umgang mit der Realität
bezieht Billy haupsächlich aus Filmen. Er ist eine wandelnde
Filmdatenbank und antwortet auf Fragen, wenn möglich, mit Filmzitaten
seiner Helden. Das gibt ihm Sicherheit. Aber so verschwimmen Fiktion und
Wirklichkeit immer mehr miteinander. Die Elefanten meines Bruders – Ein
Roman über einen Zirkusbesuch, der nie stattgefunden hat.

Ich habe in den letzten Monaten immer mehr Mails von Autoren bekommen, die mir ihr Buch zur Rezension angebieten wollen – was mich natürlich sehr freut. Trotzdem habe ich nie eins der Bücher angenommen, aus verschiedenen Gründen. Meist sprach mich das Genre oder das Thema einfach nicht an, oft konnte mich die Leseprobe nicht überzeugen – gerade, was den Schreibstil angeht, bin ich ja sehr pingelig, weil ich auch selber gern zur Schreibfeder greife.
Aber die sehr kurze Zusammenfassung in der Mail von Helmut Pöll machte mich neugierig auf den Roman und die ersten Seiten der Leseprobe überzeugten mich schließlich. Kurz nach meiner Antwort kam dann auch schon das E-Book bei mir an und ich bin schon sehr gespannt darauf.
Vorher muss ich nur noch „Für immer die Seele“ zu Ende lesen. Hat ja nur noch 280 Seiten …

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von

Baujahr 1990, Lektorin und Leseratte. Schreibt auf www.das-buecherei.de übers Lesen und das Leben mit Büchern.

4 Kommentare

  1. Das Buch habe ich mir vor ein paar Wochen mal bei Amazon runtergeladen, weil ich den Klappentext sehr ansprechend fand. Allerdings subbt es noch.

    Ich wünsche dir viel Spaß beim lesen und bin gespannt auf deine Meinung dazu 🙂

    LG,
    Jai

    • Wäre ich per Zufall darüber gestolpert, hätte ich es mir vielleicht auch runtergeladen. Ich fand den Klappentext auch sehr interessant und die Leseprobe liest sich ganz gut. Mal sehen, wer es zuerst gelesen hat. 😉

  2. Hi, Moena.
    Wenn ich es richtig sehe, kommt Billy also nur bei Filmen zur Ruhe. Anmerkenswert, daß Du nach Julia Romp einen ähnlich gelagerten Roman gewählt hast. Bin gespannt.
    Das Cover wirkt übrigens!

    bonté

    • Ähnlich dürfte bei den beiden Büchern nur das grobe Thema sein. Zumindest lassen Klappentext und Leseprobe von diesem Buch das vermuten. Ansonsten bin ich aber auch nicht besonders wählerisch, was die Abfolge meiner Bücher angeht – da wird eben gelesen, was vom Stapel gerade am besten gefällt. 😉

      Und ja, das Cover wirkt. Auch auf dem E-Reader übrigens, wo es ja nicht in Farbe dargestellt wird.

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