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[REZENSION] Andreas Steinhöfel: »Rico, Oskar und das Herzgebreche«


Andreas Steinhöfel
Rico, Oskar und das Herzgebreche

Carlsen
4. Auflage, 2010
Hardcover
Seiten: 269
ISBN: 978-3-551-55459-8

Nachdem ich vor einiger Zeit bereits »Rico, Oskar und die Tieferschatten« gelesen und Rico in mein Herz geschlossen hatte, wollte ich auch unbedingt die anderen beiden Bände der Reihe lesen, die inzwischen erschienen sind. »Rico, Oskar und das Herzgebreche« ist der zweite Band, der dem ersten in nichts nachsteht, was den kurzweiligen Lesespaß betrifft. Ein paar Unterschiede gibt es allerdings doch.
Inhalt
Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Fall um den Entführer Mister 2000 liegt Rico im Krankenhaus und ist ziemlich stolz auf das, was er und Oskar geleistet haben. Aber seine Mutter verhält sich merkwürdig und hält ihn von den Fernsehkameras fern. Ganz im Gegensatz zu Oskars Vater, dem es nur recht wäre, wenn sein Sohn ins Fernsehen käme. Aber Oskar weigert sich und ist sogar inkognito unterwegs – mit einer übergroßen Sonnenbrille.

Zu Hause angekommen, müssen sich die beiden gleich auf die Spur eines neuen Falls machen. Dieses Mal geht es um Ricos Mutter und die Taschen, die sie beim Bingospielen gewinnt. Die sind nämlich gar nicht so billig, wie Rico bisher dachte. Er ist sich sicher: seine Mutter schwindelt nicht ohne Grund. Sie wird erpresst!
Gemeinsam machen sich Rico und Oskar daran, die Erpresser zu überführen. Und bringen damit nicht nur sich selbst in Gefahr.Meine Meinung

Alles in allem ist auch der zweite Band um Rico und seinen Freund Oskar wieder ein gelungener Roman aus der Feder von Andreas Steinhöfel. Allerdings ist er doch etwas anders als sein Vorgänger. Während der erste Band eine spannende Verfolgungsjagd liefert, bei der man als Leser miträtseln kann, wer wohl der ominöse Mister 2000 ist, weiß man in »Rico, Oskar und das Herzgebreche« von Anfang an, wer die Übeltäter sind. Bis auf das »Warum« gibt es bei der Auflösung des Falls auch keine Überraschungen. Alles ist sowohl dem Leser als auch Rico bereits vorher klar und es geht nur darum, die Täter zu überführen.

Illustration am Kapitelanfang
von Peter Schössow

Damit ist die Handlung nicht ganz so spannend wie die des ersten Teils und auch die Stimmung ist eine andere. Zwar ist Ricos kindlich-naive Erzählweise immer noch dieselbe und auch der Humor aus dem ersten Band ist noch vorhanden, doch es werden viel ernstere Themen angeschnitten. Unter anderem Oskars Vater, der unter Depressionen leidet und sich nicht richtig um seinen Sohn kümmern kann sowie Oskars Unmut darüber.

Insgesamt wirkte die Handlung, was den Kriminalfall angeht, in diesem Band zu konstruiert. Auch Ricos Begriffserklärungen erschienen mir diesmal oft aufgesetzt und etwas zu abstrus.
Trotzdem war die Geschichte nicht langweilig und die bekannt liebenswerten Charaktere sorgen wieder für genug Lesespaß, auch wenn das Buch an »Rico, Oskar und die Tieferschatten« nicht heranreicht.
Fazit
Wieder ein spannendes Abenteuer von Rico und seinem Freund Oskar, das für kurzweilige Unterhaltung sorgt, das dem ersten Band aber nicht ganz das Wasser reichen kann. Sellawie.

3 Kommentare

  1. RoM sagt

    Grüß Dich, Moena.
    Dem zweiten Band scheint es an der Balance zu fehlen. Schräg, ernsthaft, oder doch lustig!?

    Ist wohl der "Fluch" des Buches nach dem letzten. Sobald man/frau sich über einzelne Elemente zuviele Gedanken macht, besteht Gefahr sich zu verheddern. Besser eine andere Idee aufgreifen?! Aber dann murrt der Verlag vor sich hin.
    Schreiben bleibt hartes Handwerk.

    Hmm…sollte es nicht "Sellerie" heißen?
    🙂

    bonté

    • Ich frage mich ja, ob der Autor nach dem ersten Band wirklich geplant hatte, weiterzuschreiben oder ob da der Verlag "Überzeugungsarbeit" geleistet hat. 😉

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