Monate: April 2013

[REZENSION] Deborah Levy: »Heim schwimmen«

Deborah Levy Heim schwimmen Originaltitel: Swimming Home Wagenbach 2. Auflage, 2013 Hardcover Seiten: 163 ISBN: 978-3-8031-3247-5 Inhalt Sie sind aus London gekommen, um in einem Haus bei Nizza Ferien zu machen: Das Ehepaar Jozef und Isabel Jacobs, er Schriftsteller, sie Kriegsberichterstatterin. Die beiden teilen schon lange nichts mehr, außer der Zeit, die sie miteinander verbracht haben und ihrer vierzehnjährigen Tochter Nina, die wenig von ihren Eltern hält, aber umso mehr in pubertäre Gefühlsschwankungen verstrickt ist. Außerdem ein befreundetes Ehepaar, dessen Laden gerade pleitegeht. – Beste Voraussetzungen für geruhsame Ferien. Tatsächlich bricht schon bald das Unheil herein. Ein nackter Frauenkörper treibt im Pool der Villa. Doch die junge Frau namens Kitty Finch ist nicht tot. Schwankend zwischen verletzlich und exaltiert, nistet sich die selbsternannte Botanikerin mit den grünlackierten Nägeln in der Villa ein und mischt die ohnehin komplizierte Lage auf. Und sie wünscht sich nichts mehr, als dass der Dichter sich mit ihrem Gedicht »Heim schwimmen« beschäftigt. Meine Meinung An »Heim schwimmen« bin ich eher durch Zufall gekommen, nachdem ich – genauso zufällig – eine Lesung …

[REZENSION] Jenny-Mai Nuyen: »Noir«

Jenny-Mai Nuyen Noir Rowohlt 1. Auflage, 2012 Broschiert Seiten: 377 ISBN:978-3-86252-028-2 Inhalt Nino Sorokin ist dabei, als der Unfall geschieht. Seine Eltern sterben, ihm bleibt eine besondere Gabe: Er sieht den Tod eines jeden Menschen voraus. Auch den eigenen. Von nun an ist er besessen von der Frage, wie man das Schicksal überlisten kann. Er weiß, er wird nur vierundzwanzig Jahre alt – und sein Geburtstag rückt immer näher. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Ninos Suche führt ihn zu einem geheimen Zirkel von Mentoren, die Seelen sammeln. Und er begeht den größten Frevel, den der Zirkel kennt: Er verliebt sich in eine der Seelenlosen. In die geheimnisvolle Noir, die bereits auf der Schwelle zum Jenseits steht. Meine Meinung Es gibt Bücher, deren Handlung sich vor dem Leser ausrollt wie ein weicher Teppich, sodass man nur noch darüberwandern und alle Geschehnisse in sich aufsaugen muss, völlig klar und offensichtlich. Und es gibt Bücher, die den Leser in ein Labyrinth aus Unklarheiten und Fragen führen, immer tiefer hinein, bis man sich am Ende fragt, ob man …

Buchpost am Samstag

Heute erreichte mich sehr interessante Buchpost. Interessant zum Einen wegen der Anschrift auf dem Umschlag: 😀 Der Name ist dann jetzt wohl offiziell. Ich würde gern wissen, was sich der Briefträger gedacht hat, als er die Anschrift las. Interessant ist aber außerdem auch – oder vor allem – der Inhalt: Ein Leseexemplar von „Über ein Mädchen“ (Joanne Horniman) aus dem Carlsen Verlag! „Anna ist schüchtern und einsam – bis sie Flynn trifft, zuerst mit Gitarre auf der Bühne, dann im Café, dann mit vollen Einkaufstaschen auf der Straße. Beide fühlen sich unwiderstehlich zueinander hingezogen. Zusammen zeichnen sie, essen Bananenkuchen, träumen, baden, lachen – und lieben sich. Doch auch zwischen Liebenden gibt es Geheimnisse …“ Zum Glück ist mein aktuell angefangenes Buch nur 135 Seiten dünn, denn ich weiß jetzt schon, was ich danach lesen will. 😉

[REZENSION] Andreas Steinhöfel: »Rico, Oskar und der Diebstahlstein«

Andreas Steinhöfel Rico, Oskar und der Diebstahlstein Carlsen 3. Auflage, 2011 Hardcover Seiten: 328 ISBN: 978-3-551-55572-4 »Rico, Oskar und der Diebstahlstein« ist das dritte Abenteuer des tiefbegabten Rico und seines ungleichen Freundes Oskar. Nachdem ich vom zweiten Band zwischenzeitlich ein bisschen enttäuscht war, konnte mich dieser wieder mehr begeistern. Inhalt Für Rico ist eigentlich gerade alles gut. Endlich hat er die super Dachwohnung, von der er so lange geträumt hat, und Oskar ist mit seinem Vater in die alte Wohnung der Dorettis gezogen. Der beste Freund im gleichen Haus – da ist doch Spaß garantiert! Oder? Illustration am Kapitelanfangvon Peter Schössow Doch gerade jetzt sieht es gar nicht nach Spaß aus in der Dieffe 93. Denn im Treppenhaus finden Rico und Oskar einen Toten – den alten Fitzke. Sein Herz hat endgültig den Geist aufgegeben und Rico soll seine ganze Steinsammlung erben. So weit, so traurig. Doch ausgerechnet der Kalbstein, an dem Fitzke am meisten hing, wird gestohlen! Rico und Oskar verfolgen die Spur des Diebstahlsteins bis an die Ostsee in den kleinen Urlaubsort Prerow. …

Büchereinzug im April 2013

Nachdem ich mir in den letzten Wochen zum Ziel gesetzt hatte, meinen Vorrat an ungelesenen Büchern etwas abzubauen, durften heute nach Langem mal wieder zwei neue Bücher bei mir einziehen. Diesmal habe ich etwas abseits meiner gewohnten Lesereviere gewildert, aber neue Pfade sind ja meist die interessanteren. 😉 Jacques Roubaud: »Der verlorene letzte Ball« Eine Geschichte, die harmlos beginnt: die Geschichte von Laurent und seinem Freund NO, zwei Balljungen im Frankreich der Vichy- Regierung. Auf einem Golfplatz belauschen sie das Gespräch eines Gestapomannes mit dem Chef der französischen Miliz. Laurents Vater, im Widerstand aktiv, ist in Gefahr, in eine Falle zu laufen, wenn er nicht rechtzeitig gewarnt wird. NO übernimmt diese Aufgabe und Laurent verspricht ihm dafür, 55.555 Golfbälle zu sammeln, die außerhalb des Platzes gelandet sind, keinen mehr, keinen weniger. Aus dem scheinbar überschaubaren Versprechen wird eine Aufgabe fürs Leben, die Laurent sehr ernst nimmt: zu ernst, wie sich am Ende – auch des Lebens von Laurent – herausstellt. Martin Page: »Antoine oder die Idiotie« Wie ein kleiner Bruder der fabelhaften Amélie stolpert der …

[REZENSION] Sara Zarr: »Nichts bleibt«

Sara Zarr Nichts bleibt Originaltitel: Once was lost Aufbau 1. Auflage, 2012 Taschenbuch Seiten: 256 ISBN: 978-3-351-04156-4 Inhalt Sam ist die Tochter des beliebten Pastors im Ort – ein Übervater, der alles richtig macht. Dabei ist in der Familie nichts wirklich in Ordnung: Sams Mutter landet in der Entzugsklinik. Neben dem stets vorbildlichen, charismatischen Ehegatten zu bestehen ist schwer – nicht nur für die Mutter, auch für Sam. Und gerade, als Sam am Tiefpunkt ihres bisherigen Lebens angelangt ist, passiert etwas, das ihre Aufmerksamkeit erfordert: Die Schwester ihres Schwarms Nick verschwindet. Nach und nach geraten alle, selbst Nick und Sams Vater, unter Verdacht. Auf der Suche nach Antworten findet Sam auch viele Wahrheiten über das Leben. Meine Meinung Es sind zwei Wochen im Sommer, die alles verändern. Für die fünfzehnjährige Samara, kurz Sam, ist auf einmal nichts mehr wie es war. Zuerst begibt sich ihre Mutter wegen ihrer Alkoholsucht in die Entzugsklinik und lässt Sam allein zu Hause zurück – mit ihrem Vater, der zwar ein angesehener Pastor, aber als Vater völlig unbrauchbar ist. Und …

[REZENSION] Ilse Behl: »Mein Traumschiff«

Ilse Behl Mein Traumschiff Abentheuer Verlag 1. Auflage, 2012 Taschenbuch Seiten: 210 ISBN: 978-3-94065-034-4 Vielen Dank an den Abentheuer Verlag für das Leseexemplar. Inhalt Milena ist zwölf, wäre aber am liebsten schon erwachsen. Ihren dreizehnten Geburtstag kann sie deshalb kaum noch erwarten. Gerade ist sie mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder umgezogen und muss nun ganz von vorne anfangen: sich am neuen Wohnort am Meer zurechtfinden, neue Freundschaften schließen und das alles ohne die Hilfe ihrer Eltern, die kaum Zeit für sie haben. Durch Zufall findet sie bei einem ihrer Erkundungsspaziergänge den kleinen Yachthafen und das Schiff, in das sie sich sofort verliebt. Außerdem begegnet sie Nils. Sein Vater ist der Kapitän ihres Traumschiffs und kann wunderbar Klavier spielen. Endlich scheint alles besser zu werden. Doch nach einem Sturm wird Nils‘ Vater plötzlich vermisst und für alle beginnt eine Zeit des Hoffens und Bangens. Meine Meinung »Mein Traumschiff« von Ilse Behl ist ein interessantes Buch, das ein paar gute Lesestunden bietet, wenn man nicht das erwartet, wonach der Klappentext klingt. Nachdem ich die Zusammenfassung …