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[REZENSION] Antje Babendererde: »Isegrim«


Antje Babendererde
Isegrim

Arena
1. Auflage, 2013
Hardcover
Seiten: 416
ISBN: 978-3-401-06753-7

Inhalt
Der Wald ist Jolas Reich. Hier kennt sie jeden Winkel, jeden Baum,
jedes Tier. Hier ist sie weit weg von ihrer überängstlichen Mutter, der
Langeweile in ihrem Heimatdorf und dem besitzergreifenden Freund. Aber
in der letzten Zeit gehen Veränderungen im Wald vor sich. Irgendetwas
oder irgendjemand treibt hier sein Unwesen, beobachtet sie, folgt ihr.
Als Jola erst auf eine wilde Wölfin und dann auf einen fremden Jungen trifft, der sie seltsam fasziniert,
scheint das Rätsel gelöst. Doch als Jola die Kontrolle über ihr Geheimnis und ihre Gefühle verliert, läuft alles aus dem Ruder und alte Geheimnisse kommen wieder ans Licht.
Meine Meinung
Wegsehen, Schweigen, Geheimnisse, Lügen. So könnte man das Dorf Altenwinkel mit seiner verschworenen Gemeinschaft in wenigen Worten beschreiben. Auch Jola ist da keine Ausnahme und für Manches, was sie tut, hätte ich sie am liebsten kräftig geschüttelt, denn während sie uralte Geheimnisse und Verbrechen im Dorf aufzuklären versucht, ist sie selbst alles andere als frei davon. Einen richtigen Draht zu Jola hatte ich nicht, dennoch hat sie mich als Erzählerin an das Buch gefesselt. Ganz besonders in der zweiten Hälfte, in der sich die Ereignisse zu überschlagen beginnen und langsam alle Fäden aus Vergangenheit und Gegenwart zu einem großen Ganzen zusammenlaufen, konnte ich das Buch vor Spannung und Neugier nicht mehr weglegen. Immer wieder wird man als Leser auf falsche Fährten geführt, abgelenkt, wieder darauf gestoßen, bis man selbst nicht mehr weiß, was man glauben soll.

Ein paar Kritikpunkte gibt es trotzdem: Als erstes sind mir die vielen (!) Fehler im Buch aufgefallen. Kein Kapitel, in dem es keine Tippfehler, doppelten oder fehlenden Wörter gibt.
Was die Geschichte angeht, hatte ich schnell den Überblick über die ganzen Nebencharaktere verloren. Dem Leser wird die gesamte Dorfgemeinschaft mit Namen, Familienbeziehungen und Hintergrundanekdoten vorgestellt, was sehr verwirrend ist. Ich konnte mir nie merken, wer zu wem gehört und wer jetzt welche toten Verwandten hatte.
Das Ende war mir dann ein bisschen zu viel Happy End. Die Aufklärung der ganzen Handlung hat mir sehr gut gefallen, denn alle Fragen werden schlüssig beantwortet, aber gleichzeitig wird auf einmal alles wieder gut, was in den letzten Jahren passiert ist, und das war mir etwas zu übertrieben.
Fazit
Genauso spannend wie verwirrend – bis zur letzten Seite.

4 Kommentare

  1. Dass es so viele Rechtschreibfehler gibt und es dann auch noch so verwirrend ist, ist ja nicht so toll.
    Trotzdem bin ich schon sehr gespannt darauf und gucke mal, wie mir die Geschichte gefallen wird…
    Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende 🙂
    Nora

    • Verwirrend sind nur die ganzen Personen, davon gab es für mich einfach zu viele. Die Verwirrungen in der Handlung sind ja gewollt. 😉
      Die Geschichte fand ich wirklich gut. Wie gesagt, ich konnte das Buch gestern dann gar nicht mehr aus der Hand legen. Die letzten 200 Seiten habe ich im Zug fast am Stück gelesen. 🙂

  2. Hmm, deine Kritikpunkte überzeugen mich eigentlich leider mehr als die positiven Aspekte – also überzeugen im negativen Sinne. 😀

    Ich mag manche Bücher von Antje Babendererde total gerne, aber dies hier reizt mich echt so gar nicht.

    • Oh. 😀 Na gut, auch dazu sind Rezensionen da. Obwohl ich das Buch in dem Fall wirklich gut fand, aber das kam dann wohl nicht ganz so überzeugend bei dir an. 😀

      Ich kannte vorher nur »Indigosommer« und das Buch fand ich ganz okay. Allgemein scheint die Autorin mich immer erst in der zweiten Hälfte des Buches so richtig zu fesseln, denn das war bei beiden Romanen so. »Isegrim« fand ich allerdings einen Tick spannender. Wären die vielen Nebenfiguren und der eine übertriebene Punkt am Ende nicht gewesen, hätte es in der Wertung fünf Eier von mir bekommen.

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