Allgemein, Rezensionen, vier Eier
Kommentare 4

[REZENSION] Maggie Stiefvater: »Wen der Rabe ruft«


Maggie Stiefvater
Wen der Rabe ruft

Originaltitel: The Raven Boys
Script5
1. Auflage, 2013
Hardcover
Seiten: 464
ISBN:
978-3-8390-0153-0

Inhalt
Die sechzehnjährige Blue stammt aus einer Familie von Wahrsagern. Sie selbst ist die einzige in dem chaotischen Haus im Fox Way, die keine übersinnlichen Fähigkeiten besitzt – stattdessen wirkt Blue wie ein Verstärker für die Fähigkeiten ihrer Mutter Maura und deren Freundinnen.
Wie jedes Jahr begleitet Blue in der Markusnacht ihre Tante zu einer verfallenen Kirche außerhalb der Stadt, wo sie die Seelen der Menschen empfangen, die in den nächsten zwölf Monaten sterben werden. Normalerweise kann Blue die Geister nicht sehen, doch dieses Mal ist es anders als sonst: Ihr erscheint ein Junge namens Gansey und dass sie ihn sehen kann, hat einen Grund: entweder ist er Blues große Liebe, oder sie wird für seinen Tod verantwortlich sein.
Meine Meinung
Nachdem mich Maggie Stiefvaters Wolfstrilogie und »Rot wie das Meer« restlos begeistern konnten, musste auch ihr neuer Roman unbedingt in mein Regal. Und er hat mich nicht enttäuscht. Allerdings lässt mich »Wen der Rabe ruft« nicht ganz so begeistert zurück wie seine Vorgänger.

Zuerst einmal ist der Klappentext des Buches ein bisschen irreführend. Denn was dort beschrieben wird, spiegelt maximal die ersten Seiten des Romans wieder. Der Rest beschäftigt sich kaum noch mit der großen Liebe, sondern viel mehr mit allerhand Übersinnlichem, wie spirituellen Linien, magischen Ritualen und verschwundenen Königsgräbern. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich sicher niemals zu dem Buch gegriffen – aber Maggie Stiefvater hat es einmal mehr geschafft, mich mit einem Thema zu fesseln, für das ich normalerweise nicht viel übrig hätte. Denn weglegen wollte ich das Buch zu keiner Zeit und so hatte ich es auch sehr schnell ausgelesen.

Gewohnt gut ist vor allem der Schreibstil. Die lebhaften Beschreibungen und Vergleiche lassen die Welt von Blue und den Raven Boys lebendig werden und die Dialoge zwischen den Figuren haben mich mehr als einmal schmunzeln lassen. Trotzdem: die Charaktere haben mich dieses Mal nicht so sehr für sich einnehmen können wie in den anderen Büchern der Autorin. Das dürfte vor allem daran liegen, dass es in diesem Buch so viele verschiedene Figuren gibt. Blue, die vier »Raven Boys«, Blues Mutter, ihre Tante und diverse andere Mitbewohnerinnen des Fox Ways, und auch der Lateinlehrer der Jungs spielt eine Rolle. Auch wenn man alle Charaktere gut auseinanderhalten kann, konnte mir auf den 460 Seiten keiner so richtig ans Herz wachsen.

Ein größerer Minuspunkt war für mich allerdings das Ende. Nachdem die Handlung relativ lange vor sich hinplätschert, ging mir das Ende etwas zu schnell und lässt fast alle Fragen offen. Danach folgt ein Kapitel nach dem Motto »Und das passierte nach dem Abspann …«, das mir wie angesetzt vorkam. Ein wenig so, als hätte man hier schnell die Handlung mittendrin abschneiden müssen, um weitere Folgebände anhängen zu können, und stattdessen eine Art Zwischenende konstruiert. Kein sehr zufriedenstellender Abschluss. Um die Geschichte wirklich zu verstehen, wird man um die Folgebände nicht herumkommen – aber das will man ja auch gar nicht. 😉
Fazit
Wer Maggie Stiefvaters Romane bisher geliebt hat, wird auch »Wen der Rabe ruft« mögen. Insgesamt hatte der Roman aber ein paar Schwächen, sodass er mich nicht so sehr begeistern konnte wie seine Vorgänger. Trotzdem macht auch »Wen der Rabe ruft« wieder Lust auf die Fortsetzung.

4 Kommentare

    • Auf einstündigen Flügen und sechsstündigen Zugfahrten zum Beispiel. Und ansonsten im Bett oder in Ausnahmefällen auf der Couch, um dich nicht zu wecken. 😉

  1. Anonym sagt

    ich finde diese reihe besser als der mercy-Falls Reihe. Wobei der zweite band auch schon mehr überzeugen kann und nicht mehr so viele vrbesserungen braucht.
    Ich kann mich dir jedoch vollkommen anchließen, dass es am ende zu schnell ging, dies ist zum Glück beim zweiten band nicht mehr so. Deer hat eigentlich eine gleichmäßig fliesende geschwindigkeit mit höhen und tiefen.
    🙂 kann dir also nur empfehlen den 2 band zu lesen , dort bekommt man schon einige fragen beantwortet, man muss sich aber für die Vollständige auflösung gedulden bis band 3 rauskommt. 🙂
    Pauline

    • Hallo Pauline,

      vielen Dank für deinen Kommentar und besonders für deine Einschätzung zu Band 2! »Wer die Lilie träumt« steht natürlich schon auf meiner Wunschliste und ich warte nur noch darauf, dass mir das Buch in der nächsten Buchhandlung über den Weg läuft. 😉
      Dass mir die Mercy-Falls-Trilogie besser gefallen hat, liegt zum Einen an den Charakteren, die mir dort schneller ans Herz gewachsen sind und zum Anderen wahrscheinlich auch am Thema. Ich habe ja in der Rezension schon angesprochen, dass ich mir »Wen der Rabe ruft« wahrscheinlich gar nicht gekauft hätte, wenn im Klappentext von spirituellen Linien und verschwundenen Königsgräbern die Rede gewesen wäre. Andererseits wollte ich »Rot wie das Meer« auch zuerst nicht kaufen, weil ich mich nicht für Pferde und Pferderennen interessiere, und das Buch hat mich dann trotzdem gefesselt und begeistert. Mal sehen, wie es dann mit Band 2 der Raven Boys aussieht. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.