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Montagsfrage: Warum schreibst du Rezensionen?

Heute gibt es auf Libromanie eine Montagsfrage, die ich besonders interessant finde.


Warum schreibst du Rezensionen?
Eine Frage, über die ich mir im letzten Jahr sehr viele Gedanken gemacht habe. Wer meine Gelesene-Bücher-Seite anschaut, wird feststellen, dass ich 2013 über 70 Bücher gelesen habe, aber nur bei den wenigsten ist in der Liste eine Rezension verlinkt. Warum? Weil ich zu den meisten Büchern im letzten Jahr gar keine Rezension geschrieben habe. Und warum das? Die Antwort ist denkbar einfach: Ich hatte schlichtweg keine Lust!

Deshalb ist die erste und wichtigste Antwort auf die Montagsfrage: Weil es mir Spaß macht. Und auch nur dann.

Ich habe ursprünglich auf meiner alten Homepage mit sehr kurzen Rezensionen angefangen, weil ich das eine oder andere Buch so toll fand, dass ich es unbedingt mitteilen wollte. In meiner Umgebung gab es einfach niemanden, mit dem ich mich über Bücher hätte unterhalten können, zumindest niemanden, von dem ich wusste. Ich hatte einfach Spaß daran, meine Gedanken zum Buch festzuhalten und mir einzubilden, dass sie jemand liest. (Die Seite damals war kein Blog, einen direkten Kommentar unter der Rezension konnte man nicht hinterlassen und Statistiken gab es auch nicht – Ich konnte mir meine Leser also wirklich nur einbilden. ;))
Aber wie viele Leute meine Mini-Rezensionen lasen, war mir auch ziemlich egal. Die Rezensionen waren da, sie standen im Internet und wer sich für das entsprechende Buch interessierte, hätte sie theoretisch finden können.

Was mich zur zweiten Antwort auf die Montagsfrage bringt: Ich möchte informieren. Alle. Nicht nur die Leser, die ich ›sehen‹ kann.

Die Zielgruppe für die meisten meiner Rezensionen sind gar nicht so sehr andere Buchblogger, auch wenn sie den Großteil meiner Leserschaft ausmachen – oder zumindest den Großteil der kommentierenden Leserschaft, von der ich aktiv etwas mitbekomme. Die letzte Montagsfrage hat ja gezeigt, dass viele Buchblogger Rezensionen gar nicht lesen oder erst dann, wenn sie das Buch selbst schon gelesen haben. Das halte ich selbst ähnlich, wenn ich weiß, dass ich ein Buch unbedingt noch lesen will. Allein für andere Blogger zu bloggen hat deshalb meiner Meinung nach wenig Sinn.

Meine Rezensionen richten sich viel mehr an die ›normalen‹ Leser, die sich nicht nahezu vierundzwanzig Stunden am Tag mit Büchern beschäftigen (können). Leser, die sich Rezensionen im Internet suchen, bevor sie ein Buch kaufen, weil sie kein Geld für schlechte Bücher ausgeben wollen, die sie am Ende nach dreißig Seiten genervt weglegen. Leser, die vor dem Kauf wissen wollen, ob das Buch etwas für sie ist, und nicht erst nach dem Lesen. Leser, die sich nicht mit Amazon-Dreizeilern zufrieden geben, sondern Google bemühen, um in den Tiefen des Internets eine Rezension zu ›ihrem‹ Buch aufzutreiben. Dass es diese Leser gibt, zeigen mir die Suchbegriffe in meiner Blogstatistik. Da tauchen jeden Tag mehrere Buchtitel auf, zusammen mit Worten wie ›Rezension‹ oder ›Buchkritik‹.

Bei Büchern, die eher unbekannt sind und auf den wenigsten Blogs auftauchen, schreibe ich meine Rezensionen aber natürlich auch für andere Buchblogger. Klar, ein gutes Buch möchte man teilen, vor allem, wenn es viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, als es bekommt. Das geht euch bestimmt genauso, oder? 😉

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Baujahr 1990, Lektorin und Leseratte. Schreibt auf www.das-buecherei.de übers Lesen und das Leben mit Büchern.

6 Kommentare

  1. Jetzt muss ich mal ganz off-topic-mäßig fragen, wo man in der Blogger-Statistik etwas über die Suchbegriffe findet und was da genau ausgewertet wird?! 🙂

    LG, WortGestalt

    • Wenn du in der Blogger-Statistik unter »Zugriffsquellen« schaust, stehen da ganz unten die Suchbegriffe. Ich finde die Liste immer wieder interessant, vor allem, weil es teilweise wirklich lustig ist, wonach manche Leute mit Google so suchen. 😀

      Und du kannst dort eben auch ablesen, durch welche Sucheingaben dein Blog öfter gefunden wird. Bei mir sind das eben meistens Buchtitel, ganz oben zum Beispiel gerade »Rico, Oskar und die Tieferschatten« von Andreas Steinhöfel. Ganz oft aber auch aktuellere Bücher, zu denen ich die Rezension gerade erst gepostet habe (du kannst die Statistiken ja immer sortieren lassen nach Woche, Monat etc.)

    • Ah, das erklärt das. Leere Listen sind ja auch nur halb so spannend. 😀
      Aber bald steht in deiner Liste mit Sicherheit auch was drin. 😉

  2. Glaubst du denn, dass viele Blogger für Blogger schreiben? Die Montagsfrage richtet sich bei mir an Blogger, klar. Alles andere richtet sich aber allgemein an interessierte Leser. Alles andere fände ich langweilig. Schließlich käme der Input dann ja auch immer nur aus derselben Gruppe.

    • Ich denke, dass viele Blogger in erster Linie für ihre Stammleser schreiben, also für die Leser, von denen sie auch tatsächlich wissen, dass sie da sind (durch Kommentare etc.). Und das sind zum Großteil ja meistens andere Blogger. Der zufällig vorbeisurfende Besucher, der die Rezension über Google gefunden hat, meldet sich ja leider eher selten mal zu Wort.

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