Allgemein
Kommentare 8

Montagsfrage: Gibt es Situationen, in denen du nicht lesen kannst?

Es ist Montag und deshalb gibt es heute wieder die Montagsfrage von Libromanie.


Gibt es Situationen, in denen du nicht lesen kannst?
Oh ja, leider. Und meistens treten diese Situationen genau dann ein, wenn ich gerade lesen will. 😉

Zum Einen ist mir gestern wieder einmal klar geworden, dass ich nicht lesen sollte, wenn mir gleichzeitig zu viele andere Dinge im Kopf rumgehen. Wenn mich irgendetwas belastet oder beschäftigt. Dann schweifen meine Gedanken beim Lesen ständig ab und ich finde mich plötzlich im Kopf bei einem ganz anderen Thema wieder, das mit dem Buch gar nichts mehr zu tun hat. Oftmals habe ich in derselben Zeit aber schon weitergelesen und dann den Inhalt der letzten Zeilen überhaupt nicht begriffen. Ziemlich frustrierend.

Außerdem lese ich gern unterwegs, im Bus oder in der U-Bahn. Mit dem E-Reader geht das in der vollen Bahn inzwischen auch gut im Stehen. Was aber gar nicht geht, ist, wenn ich einen Sitzplatz erwische, der rückwärts oder seitlich zur Fahrtrichtung gerichtet ist. Natürlich tue ich es trotzdem immer wieder – die Belohnung dafür ist meistens ein Schwindelgefühl und Übelkeit. Wer nicht hören will, muss eben fühlen.

Mit Hintergrundgeräuschen habe ich im Allgemeinen kein Problem beim Lesen. Ich kann sogar Gespräche ausblenden, wenn es sein muss. Komischerweise kann ich das aber nicht bei Musik oder einem eingeschalteten Fernseher. Das lenkt mich ab, besonders wenn die Lautstärke etwas höher ist. Mit anderen Worten: Die Welt kann ruhig um mich herum untergehen, wenn ich lese, aber bitte ohne Hintergrundmusik. 😉

Habt ihr auch Situationen, in denen ihr gar nicht lesen könnt?

Kategorie: Allgemein

von

Baujahr 1990, Lektorin und Leseratte. Schreibt auf www.das-buecherei.de übers Lesen und das Leben mit Büchern.

8 Kommentare

  1. Hey,
    deinen ersten Punkt kann ich auch so unterschreiben. ich hab das öfter Mal, das mich etwas beschäftigt, während ich lese und dann beim Lesen mit den Gedanken abschweife und keine Ahnung mehr habe was ich gerade eigentlich gelesen habe. Schrecklich (zumal ich dann ja trotzdem weiter lese und die Stelle nicht noch mal lese).

    Liebe Grüße,
    Johanna

    • Ja, genau! Und dann hat man am Ende ein schlechtes Gewissen, weil man sich fragt, ob in dem Teil vielleicht etwas Wichtiges gestanden hätte, das man nun gerade nicht mitbekommen hat. Es sollte einen On/Off-Schalter für Gedanken geben.

  2. RoM sagt

    Grüß Dich, Moena.
    Schon ein anmerkenswerter Automatismus – weiterzulesen ohne Wahrnehmung. Nicht wirklich vergleichbar mit automatischem Zwiebelschneiden. Und umgekehrt geht schon garnicht! 🙂

    Was sagt Dein Gleichtgewicht dann zu 3D-Filmen?

    Ideal erscheint mir die Lektüre im leicht verwunschenen Garten.

    bonté

    • Aber praktisch ist dieser Automatismus nun wirklich nicht. Am Ende denkt man immer darüber nach, was in der nicht-wahrgenommenen Passage wohl stand und nimmt, während man darüber grübelt, auch die nächsten drei Absätze schon wieder nicht wahr. Dann doch lieber Zwiebelschneiden. Ist beides zum Heulen. 😉

      Was mein Gleichgewicht zu 3D-Filmen sagt, weiß ich nicht. Bisher habe ich solche Filme nur sitzend im dunklen Kinosaal erlebt. Meine Augen sind allerdings wenig begeistert davon. 3D-Filme sind vermutlich der Graus eines jeden Brillenträgers. Brille über der Brille – urgs.

      Ein leicht verwunschener Garten wäre nett. Bestenfalls mit vorbeiplätscherndem Bach und zwitschernden Vögeln. Dann hat auch die Katze Beschäftigung und legt sich nicht mehr aufs Buch. 😉

  3. Ja, deinen ersten Absatz könnte ich so eins zu eins übernehmen! Wenn mich etwas beschäftigt, kann ich auch nicht lesen. Dann passiert bei mir genau das gleiche, ich lese weiter, bin aber mit meinen Gedanken ganz woanders. Wie das geht, ist mir auch ein Rätsel. Man merkt dann irgendwann erst wieder, dass man gar nicht mehr weiß, worum es in den letzten Sätzen ging.

    LG, WortGestalt

    • Schön, dass die Sache mit der Konzentration und dem Trotzdem-Weiterlesen nicht nur bei mir so ist. Das beruhigt mich wirklich. 😉
      Aber stimmt, ich frage mich dann auch immer wieder, wie das eigentlich funktioniert. Die Erklärung wäre bestimmt sehr interessant.

  4. Ich beneide ja Leute, die bei Hintergrundgeräuschen lesen können 😉
    Wobei: Mit dem richtigen Buch geht es auch. Ich war heute morgen zwei Stunden brunchen und Nanni hat mir vorher "Die Wahrheit, wie Delly sie sieht" empfohlen. Das war echt das perfekte Buch und ich habe tatsächlich nebenbei 140 Seiten lesen können. 🙂

    • »Die Wahrheit, wie Delly sie sieht« steht auch seit ein paar Tagen auf meiner Wunschliste. Klingt, als wäre das Buch wirklich empfehlenswert, wenn du dich trotz Brunch 140 Seiten lang darin verlieren konntest? 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.