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Lebenszeichen: Neues auf der Wunschliste

Hallo, ihr Lieben, die ihr mir trotz der Funkstille immer noch die Treue haltet. Heute sende ich euch mal wieder ein kleines Lebenszeichen aus dem Meer aus Fachliteratur und vollgekritzelten Notizblöcken. Am liebsten würde ich euch ja jetzt von den tollen Büchern vorschwärmen, die ich in den letzten Wochen gelesen habe, aber das möchte ich mir dann doch für die Rezensionen aufsparen, die ich dazu unbedingt schreiben muss, denn es waren zwei unglaublich tolle und meiner Meinung nach unglaublich wichtige Bücher. In etwas mehr als drei Wochen ist dann auch endlich der Abgabetermin für meine Bachelorthesis. Bis dahin ist noch einiges zu tun, aber danach kann ich endlich etwas durchatmen und dann werden auch blogtechnisch ein paar Dinge nachgeholt.

Aber wovon erzähle ich euch nun, wenn nicht von den Büchern, die ich gelesen habe? – Ich dachte, ich stelle euch heute einfach mal die Bücher vor, die ich erst noch lesen will! In den letzten Wochen sind nämlich einige Titel auf meiner Wunschliste gelandet oder erschienen, die ich sehr interessant finde:
Grit Poppe: »Schuld«

»Jana ist fünfzehn, lebt mit ihren linientreuen Eltern in der DDR und ist zum ersten Mal verliebt. In Jakob. Aber ihre Eltern verbieten ihr den Umgang mit Jakob. Sie nennen ihn einen Staatsfeind. Außerdem hat Jakobs Familie einen Ausreiseantrag gestellt. Sieht Jana ihren Freund vielleicht bald nie wieder? Und dann verschwindet Jakob wirklich. Er landet im Gefängnis, weil es in seinem Land gefährlich ist, Kritik am System zu üben. Jana vermisst Jakob so sehr und macht sich schreckliche Vorwürfe. Hätte sie besser auf ihn aufpassen müssen? Wurde Jakob verraten? Und war das vielleicht sogar ihre Schuld?« (Dressler)

Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls erscheinen dieses Jahr in vielen Verlagen Romane zum Thema DDR. »Schuld« fiel mir im Newsletter von Dressler auf. Nachdem ich vor ein paar Jahren »Weggesperrt« von Grit Poppe sehr gerne gelesen hatte, wanderte »Schuld« direkt auf meine Wunschliste.
J. L. Witterick: »Das Geheimnis meiner Mutter«

»Polen 1939: Die Nationalsozialisten marschieren in das kleine Dorf ein, in dem Helena mit ihrer Mutter lebt. Nicht lange, und die Besatzer beginnen, die jüdische Bevölkerung zu exekutieren und zu deportieren. Das Klima der Angst ist mit den Händen greifbar – doch Helenas Mutter kann nicht mitansehen, was da vor ihren Augen geschieht. Sie versteckt eine jüdische Familie im Schweinestall und eine weitere im Keller. Beide wissen nichts voneinander und auch nicht der deutsche Deserteur, den die Frauen auf dem Dachboden unterbringen …« (cbj)

Auch dieses Buch war eine Newsletter-Entdeckung. Die Geschichte klingt sowohl spannend als auch bewegend, besonders mit dem Hinweis ›Nach einer wahren Begebenheit‹ auf dem Cover.
Michel Bergmann: »Alles was war«

»Ein alter Mann beobachtet heimlich ein Kind. Wie der Zehnjährige morgens zur Schule geht, den Ranzen auf dem Rücken, in einem karierten kurzärmeligen Hemd. Wie er zu Hause am Bett des kranken Vaters sitzt, der trotz schwerster Misshandlung die Nazis samt KZ überlebt hat. Wie er Moby Dick liest, am Zeitungsstand neben der Quick und Revue die Comics entdeckt, im Café Kranzler Kakao trinkt und aus dem Klassenzimmer auf die Werbung für »Creme Mouson« schaut, daneben die Stadt in Trümmern. Wer ist der alte Mann, der so viel über den Jungen weiß? Als der Kleine sich plötzlich umdreht und ihm in die Augen sieht, bricht der Mann zusammen und stirbt.
Eine magische Geschichte über das Leben im Rückblick und über das Kind in uns, das nie alt wird.« (Arche Verlag)

Auch dieser Klappentext klang sehr interessant und ich weil ich wissen wollte, wer dieser alte Mann sein mag, wanderte auch dieses Buch auf meine Wunschliste.
Uticha Marmon: »Als Opapi das Denken vergaß«

»Manche Tage fangen an, als wären sie nichts Besonderes. Sie kommen daher wie jeder Tag. Aber wenn man genau aufpasst, ist schon morgens etwas ein bisschen anders, und daran kann man sehen, dass der Tag ganz und gar nicht normal wird. Genau so ein Tag war dieser Mittwoch, als Opapi ankam.
Opapi – so nennt Mia ihren Urgroßvater. Und der zieht jetzt zu ihnen. Weil er immer mehr vergisst, sagen Mama und Papa. Aber nun kann Mia ihn ja daran erinnern, wie man sich die Schuhe zumacht und dass man sich die Zähne nicht mit Handcreme putzt. Doch Opapi kommt nicht allein … Wer ist dieser geheimnisvolle Junge, der ein wenig altmodisch wirkt und bei Opapi ein und aus geht, wie es ihm passt?« (Magellan)

Der Magellan Verlag ist unter den Buchbloggern ja schon längst in aller Munde. Und natürlich musste auch ich gleich am Anfang durch die Verlagsvorschau stöbern und dabei neun Bücher auf meiner Wunschliste einquartieren. Aber da werden sie wohl nicht mehr allzu lange bleiben, denn schon allein die Cover der meisten Magellan-Titel finde ich toll. Von »Glücksdrachenzeit« und »Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte« hört man ja schon einiges, aber mich interessiert ganz besonders »Als Opapi das Denken vergaß«. Demenz als Thema in einem Kinderbuch – ich bin schon sehr gespannt auf die Umsetzung.
Saskia Sarginson: »Zertrennlich«

»Ein flirrender Sommer an Englands Ostküste. Die Zwillingsschwestern Viola und Isolte sind durch duftende Kiefernwälder gestreift, haben auf nebelüberfluteten Lichtungen längst vergessene Sagengestalten beschworen und den scharfen, salzigen Wind des Meeres geatmet. Doch nun, fünfzehn Jahre später, scheinen die beiden nichts mehr gemein zu haben. Während Isolte sich mit verzweifelter Lebensfreude der Welt entgegenwirft, hungert Viola sich in den sicheren Tod. Während eine der Schwestern sich verbissen an ihre Ziele und Pläne klammert, wünscht die andere nichts sehnlicher, als sich aufzulösen und ihrer Vergangenheit zu entkommen.
Welcher unaussprechliche Schrecken ist geschehen in jenem Sommer, als alles möglich schien und der das Erwachsenwerden zweier Zwillingsschwestern so unerbittlich bestimmt?« (script5)

Noch ein Buch, das seit seiner Ankündigung auf meiner Wunschliste steht und vor Kurzem erschienen ist. Der Titel und der Klappentext haben mich sofort angesprochen und ich will unbedingt bald wissen, was in dem besagten Sommer wohl geschehen ist …
Synne Lea: »Leo und das ganze Glück«

»Zusammen sind sie am glücklichsten: Der zehnjährige Leo, der unter einem verkürzten Bein leidet, und die gleichaltrige unternehmungslustige Mei. Sie befreit ihn, wenn sein Vater ihn abends mal wieder im dunklen Keller eingesperrt hat, und die beiden verbringen ihre Tage gemeinsam in ihrem geheimen Baumhaus. Die Idylle zerbricht, als Leos Vater das Versteck entdeckt. Leos und Meis Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt.« (Oetinger)

Das letzte Buch für heute ist nicht neu, sondern schon letztes Jahr erschienen. Entdeckt habe ich es zufällig in den Empfehlungen auf meinem Kindle und der Klappentext klingt einfach nach einer wunderbaren Geschichte.

So, und was lernen wir nun aus dieser Liste? – Newsletter und neue Verlage sind gefährlich für meine Wunschliste! Aber was sagt ihr denn zu meinen neusten Wunschlistenbewohnern? Kennt ihr eins der Bücher vielleicht schon? Sollte ich mir eins davon vielleicht unbedingt bald zulegen? 😉

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Baujahr 1990, Lektorin und Leseratte. Schreibt auf www.das-buecherei.de übers Lesen und das Leben mit Büchern.

5 Kommentare

  1. RoM sagt

    Grüß Dich, Moena.
    "Funkstille" erscheint mir zu groß als Wort dafür. Ich würde eher von einer "Arbeitsstille" sprechen. Emsiges Honigrühren im Bienenstock.
    Auf daß Dir die Weihe der Alma Mater gebührt!

    Die Aktualität von Grit Poppes "Schuld" ist, eine Generation später, nach wie vor evident, blickt man/frau weiter ins Land der Reußen. Schlußendlich bleuben die Mechanismen von Gleichschaltung, Ausgrenzung, Unterdrückung & Verfolgung die selben – wie das folgende Buch wohl nicht minder aufzeigt.

    Der klassische Kniff bei der Erzählung von Michel Bergmann wäre ja der, daß der alte Mann das "spätere" Ich des Jungen ist. Der erinnernde Rückblick auf die eigene Kindheit. Kurz vor dem Tod.

    Irgendwie ist man/frau gewillt zu denken – beim Gang durch das Megellan-Programm – daß Bücher weit viel mehr sind als nur eine Konsumware (siehe den US-Konzerneblick darauf). Sehr edle Ausgaben!
    Mein Blick in den Herbst beim Atlantik-Verlag war diesbezüglich auch nicht ohne!

    Zu "Zertrennlich" kommt mir der Satz von Han Solo in den Sinn…"Ich habe da ein ganz mieses Gefühl!"

    bonté

    • Also mir kommt es schon sehr wie »Funkstille« vor, vor allem, wenn ich den kleinen Stapel Bücher auf dem Wohnzimmertisch sehe, der nach Rezensionen schreit. 😉

      Bei der Erzählung von Michel Bergmann hatte ich denselben Gedanken wie du. Zumal der Titel »Alles was war« auch dafür spricht. Ich denke, das könnte sehr interessant werden.

      Magellan hat sich meines Wissens nach auch »schöne Bücher« auf die Fahnen geschrieben. Die Cover sind bei vielen Titeln auch mal erfrischend anders. Ob man sich deshalb aber kategorisch gegen E-Books richten muss, ist eine andere Frage. Bei Kinderbüchern finde ich das ja durchaus gerechtfertigt, aber gerade die Bücher für Jugendliche und junge Erwachsene hätte ich mir auch digital gewünscht. Warum nicht auch schöne E-Books machen? Die Haltung, dass E-Books nicht so hübsch sein können wie gedruckte Bücher, sollte doch eigentlich längst überholt sein.

    • RoM sagt

      …mein Rückblick auf die Verlagsseite – oh ja, sie haben e-Books nicht im Programm. Ist die Einstellung schade?! Für die Nutzer von Readern ganz sicher. Ein zweites Verlags-Gleis ist sicher nicht sogleich der Verrat am Kulturgut.
      Die Abwertung setzt da wohl ganz woanders an. Egal ob a-zone einen auf Monopolist macht, Lobbyisten die Buchpreisbindung zum Teufelswerk erklären, oder Manager auf eine Verschlankung des Verlagsangebot drängen*.

      bonté

      * "lieber mit zwei gepuschten Titeln/Brands Kasse machen, als 20 unterschiedliche Bücher/Autoren zu betreuen."

    • Für die Bewohner zu kleiner Wohnungen mit zu wenig Platz für Bücherregale auch. Ich habe ja selbstverständlich nichts gegen hübsche gedruckte Bücher, aber ich weiß langsam nicht mehr, wohin damit. 😉

      Mit allem anderen hast du natürlich vollkommen recht. Da kann ich nur zustimmend nicken, besonders über die Fußnote. Vor allem, wenn die Autoren dann alle aus Übersee kommen und man vor lauter Internationalität im eigenen Bücherregal keine deutschen Autoren mehr findet. "Der Bestseller aus den USA!" kann ich echt so langsam nicht mehr hören.

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