Jahr: 2016

Vierzehn für einen Abend – ein Lesungsbericht

Du stehst vor der Tür. Du schaust dich um. Eine Tür mitten in Berlin, düster, darüber ein kleines rotes Schild, darauf ein Buchstabe. Z wie Z-Bar. Darunter ein Blatt, mit Klebestreifen auf einen Aufsteller geklebt. Buchpremiere, heute Abend. Außer dir ist noch keiner da. Du bist zu früh, es ist noch nicht mal halb acht, du hast noch eine halbe Stunde Zeit. Läufst noch mal um den Block, gehst dann aber doch rein, weil du keine Lust mehr zum Laufen hast. Drinnen gibt es so wenig Licht wie vor der Tür, in Grün diesmal. An der Wand ein Projektorbild mit Zebras, hinter der Bar ein Fernseher und Ameisenrauschen. Du gönnst dir eine Cola, dann gehst du. Nach hinten. »Ist noch keiner da«, sagt einer, den du für einen Mitarbeiter hältst, als du an ihm vorbeiläufst. Setzt dich trotzdem hin. Zweite Reihe, alte Klappsitze. Gemütlich, denkst du. Wie im Kino. Vorne das Buchcover auf der Leinwand, darauf groß »Tamara Bach« und »Vierzehn«. Ein Tisch mit Stuhl und Lampe und einer Flasche Wasser. Zur Linken das Buch …

Für die S(ch)atzkiste #209

»Jemanden zu lieben ist, als würde man in ein Haus einziehen«, sagte Sonja immer. »Am Anfang verliebt man sich in all das Fremde, man ist jeden Morgen aufs Neue erstaunt, dass es einem plötzlich gehört […]. Aber mit den Jahren bröckelt die Fassade, das Holz reißt hier und da auf, und man fängt an, die Macken an diesem Haus zu lieben. Da kennt man bereits alle verborgenen Ecken und Winkel. Man weiß, was man tun muss, damit der Schlüssel nicht im Schloss stecken bleibt, wenn es draußen kalt wird. Welche Dielen etwas nachgeben, wenn man darauftritt, und wie man die Kleiderschranktüren so öffnet, dass sie nicht knarren. Und das sind all die kleinen Geheimnisse, die es eben genau zu deinem Zuhause machen.« Fredrik Backman: »Ein Mann namens Ove«

Gewinnspielauslosung – Wer gewinnt sein Wunschbuch?

Es ist soweit: Die Geburtstagswoche des Büchereis ist vorbei und das Gewinnspiel ausgelost. Bevor ich euch aber verrate, wer der oder die Glückliche ist und bald das gewünschte Wunschbuch in den Händen halten kann, möchte ich zuerst mal danke sagen: Danke für die vielen Glückwünsche zum Ei-Geburtstag, eure rege Teilnahme am Gewinnspiel und die damit verbundenen tollen Buchtipps, die ich mir bald noch mal ganz genau anschauen werde. Wer weiß – vielleicht wandert das eine oder andere eurer Wunschbücher auch bald auf meine eigene Wunschliste. So ein Wunschbuchgewinnspiel ist ja auch nicht ganz uneigennützig. 😉 Aber nun zu dem, was euch sicher am meisten interessiert: der Gewinner! Und auf das Wunschbuch im Wert von bis zu 20 Euro darf sich freuen … Bettina (Bettinas Büchergarten)! Herzlichen Glückwunsch, liebe Bettina, du bekommst gleich eine E-Mail von mir. 🙂 Und für alle, die dieses Mal kein Glück hatten: nicht traurig sein. Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt!

Gewinnspiel zum 5. Bloggeburtstag – Gewinne dein Wunschbuch!

Das Bücherei feiert heute, am 13. September, schon seinen sage und schreibe fünften Bloggeburtstag! Kaum zu glauben, dass der erste Tag meines Blogs, der erste geschriebene und veröffentlichte Beitrag, das erste Fotoshooting mit Buck dem Bücherei schon so lange her ist. So viele Beiträge habe ich getippt, gefühlt genauso viele Blogdesigns ausprobiert, bevor ich eines davon lieben lernte, und mich über Likes, Kommentare und E-Mails gefreut. Denn das Bloggen macht natürlich vor allem deshalb so viel Spaß, weil ich dabei nicht allein bin. Und deshalb ist ein halbrunder Bloggeburtstag die beste Gelegenheit, um meinen Lesern – euch – danke zu sagen! Zum Geburtstag kann man sich ja gerne mal etwas wünschen, aber Buck ist in seiner Eierpackung eigentlich ganz zufrieden und hat dort drin sowieso keinen Platz für viele Geschenke. Deshalb drehe ich den Spieß einfach um und erfülle einem oder einer von euch einen Wunsch: Gewinne dein Wunschbuch im Wert von bis zu 20 Euro! Und so nehmt ihr am Gewinnspiel teil: Hinterlasst bis zum Dienstag, 20.09.2016 einen Kommentar unter diesem Blogbeitrag, in dem …

Etwas Spontanes, etwas Überraschendes und ein bisschen blaues Papier – die Neuen in meinem Bücherregal

Herrenlose Tiere, die einem unerwartet zulaufen, nimmt man auf und gibt ihnen ein gutes Heim. Mit Büchern geht das auch. Das habe ich in der letzten Woche mal wieder ausprobiert – klappt ganz gut. 😉 Neu eingezogen sind deshalb ganz spontan diese Schätzchen: Bei einem ungeplanten Besuch in einer meiner Stammbuchhandlungen habe ich »Greenglass House« von Kate Milford im Regal entdeckt. Und Cover samt Titel passen nicht nur wunderbar zu meiner Wohnzimmerwand, das Buch verspricht laut Klappentext auch noch ziemlich spannend zu werden: Neben einem alten, abgelegenen Schmuggler-Gasthaus und lauter seltsamen Gästen mitten im Winter sind auch noch rätselhafte Fälle von verschwundenen Gegenständen aufzuklären. Da darf man gespannt sein. Wenn das Buch genauso schön ist wie der hübsch gestaltete Schutzumschlag mit den vielen winzigen Bilddetails, dann bin ich zufrieden. Mein Freund, mit dem ich am liebsten durch Buchhandlungen stöbere, weil er fast genauso buchverrückt ist wie ich, fand dann noch diesen Schatz im Regal. Uns fiel zuerst ein dreibändiger Schuber mit Grimms Märchen aus dem Reclam Verlag auf. Daneben stand dann diese Ausgabe von Knaur, …

Rezension: »Die Küche ist zum Tanzen da« (Marie-Sabine Roger)

Es gibt nur sehr wenige Autoren, von denen ich jeden neu erschienenen Roman sofort kaufen würde, ohne vorher zumindest einen kurzen Blick auf den Klappentext geworfen zu haben. Marie-Sabine Roger ist eine davon.
Auch ihr neuestes Buch »Die Küche ist zum Tanzen da«, das vor ein paar Monaten im Atlantik Verlag erschienen ist, lockte mich wieder mit dem hübschen weißen Cover, enthält aber im Gegensatz zu seinen Vorgängern keinen zusammenhängenden Roman, sondern vierzehn einzelne Kurzgeschichten. Aber kann Marie-Sabine Roger damit genauso überzeugen wie in der Langform?

Neue Bücher im Regal

Nachdem ihr im letzten Beitrag gesehen habt, was ich in den Monaten meiner Blogpause so gelesen habe, zeige ich euch heute, welche neuen Bücher in der Zeit bei mir eingezogen sind. Denn natürlich konnte ich in dieser Zeit trotzdem nicht ganz an Buchhandlungen vorbeigehen. Die ersten drei Bücher zogen alle einzeln hier ein. Dabei ist es ziemlich selten, dass ich mit nur einem einzigen Buch aus einer Buchhandlung wieder rausgehe. Aber in den letzten Monaten hat mich kaum ein Buch dazu bewegen können, es direkt mitzunehmen. »Die längste Nacht« von Isabel Abedi war da eine echte Ausnahme. Aber bisher hat mich die Autorin noch nie enttäuscht – ich hoffte beim Kauf also natürlich darauf, dass das auch so bleibt. »Das hier ist kein Tagebuch« von Erna Sassen fiel mir vor allem durch das schlichte, fast schon nackte schwarze Cover auf. Zwischen den ganzen Glitzercovern mit Gesichtern auf den Jugendbuchtischen sticht das richtig hervor! Inzwischen habe ich den recht dünnen Roman auch schon gelesen – wer sich für das Thema Depressionen bei Jugendlichen interessiert, sollte sich …

Lebenszeichen vom Planeten Ei

Test, Test, eins zwei drei … Ist das Ei zu hören? Ja? Gut! Erschrocken habe ich vor Kurzem festgestellt, dass der letzte Beitrag hier tatsächlich schon ganze fünf Monate her ist. Umso mehr wird es jetzt Zeit, dass sich hier wieder etwas tut. Was hat das Ei eigentlich so lange gemacht? Im März und April hatte mich ein wenig das Leben oder eher der Job überrollt, sodass zum Bloggen einfach kein Elan mehr übrig war. Auch das Lesen verlor in dieser Zeit ziemlich an Reiz, alles war irgendwie nur noch anstrengend und machte keinen Spaß mehr. Im Mai legte sich der ganze Trubel etwas, aber zu berichten gab es durch die Leseflaute nicht viel und die Blogpause tat mir auch mal ganz gut. Außerdem kam mein Kopf in dieser Zeit etwas zur Ruhe, mir wurden einige Dinge bewusster – vor allem meine eigenen Wünsche. So traf ich die eine oder andere Entscheidung für mich und meine Zukunft. Seit Juni bin ich nun dabei, mich in diese Entscheidungen einzuleben, und auch, wenn manch einer in meinem …