Alle Artikel in: vier Eier

Rezension: »Die Küche ist zum Tanzen da« (Marie-Sabine Roger)

Es gibt nur sehr wenige Autoren, von denen ich jeden neu erschienenen Roman sofort kaufen würde, ohne vorher zumindest einen kurzen Blick auf den Klappentext geworfen zu haben. Marie-Sabine Roger ist eine davon.
Auch ihr neuestes Buch »Die Küche ist zum Tanzen da«, das vor ein paar Monaten im Atlantik Verlag erschienen ist, lockte mich wieder mit dem hübschen weißen Cover, enthält aber im Gegensatz zu seinen Vorgängern keinen zusammenhängenden Roman, sondern vierzehn einzelne Kurzgeschichten. Aber kann Marie-Sabine Roger damit genauso überzeugen wie in der Langform?

Rezension: back to blue (Rusalka Reh)

Rusalka Reh back to blue Magellan, 1. Auflage 2015 Hardcover 208 Seiten ISBN: 978-3-7348-5606-8 Ich danke dem Verlag für die Zusendung des Leseexemplars. Eine glückliche Familie, in der man über vieles reden und gemeinsam lachen kann – für die meisten Kinder und Jugendlichen ist das völlig normal. Wie es sich aber anfühlt, wenn Eltern ihrem Kind die Flügel stutzen, statt es beim Flüggewerden zu unterstützen, zeigt Rusalka Reh mit ihrem Roman »back to blue«. Kid ist sechzehn und zum ersten Mal verliebt. Damit könnte ihr Leben gerade eigentlich perfekt sein, wären da nicht ihre Eltern oder ›das Duo‹, wie sie die beiden nennt. Statt elterlicher Liebe ist Kid gewöhnt an Spott, Zurechtweisungen und sogar körperliche Übergriffe. Zuhause macht sie sich deshalb am liebsten unsichtbar, versteckt, was sie liebt und was ihr Spaß macht – aus Angst, dass man es ihr nehmen oder zumindest schlechtreden könnte. »Lieben Mütter ihre Kinder? Von Natur aus? So was wird doch immer behauptet! Dass die Frauen dann irgendwelche Hormone ausschütten, die sie ihre Kinder lieben lassen, egal, wie schrecklich sie …

Rezension: Die Liebe zu so ziemlich allem (Christine Vogeley)

Christine Vogeley Die Liebe zu so ziemlich allem Droemer Knaur Hardcover 1. Auflage, 2014 464 Seiten ISBN 978-3-426-65347-0 Ich danke dem Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars. »Die Liebe zu so ziemlich allem« von Christine Vogeley ist eines der Bücher, die mir normalerweise wohl nie in die Hände gefallen wären, hätte nicht der Zufall seine Finger im Spiel gehabt. In der Buchhandlung hätten mich wahrscheinlich weder das Cover noch der Klappentext besonders angesprochen und ein Museum klang nun auch nicht gerade nach dem spannendsten Setting. Vor Kurzem erhielt ich dann aber eine E-Mail, in der mir das Buch zur Rezension angeboten wurde, und diese Mail enthielt nicht nur den Klappentext und das Buchcover, sondern auch den kleinen Leo und die Aufforderung ›Retet die Waale‹ auf seinem Schulranzen. Da war es um mich geschehen, denn ich witterte eine Geschichte mit liebenswerten Figuren, über die ich mehr wissen wollte. Und obwohl »Die Liebe zu so ziemlich allem« nicht ganz in mein übliches Leseschema fällt, hat es mich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht – interessante und liebenswerte Figuren …

[REZENSION] Marie-Sabine Roger: »Das Leben ist ein listiger Kater«

Marie-Sabine Roger Das Leben ist ein listiger Kater Originaltitel: Bon rétablissement Atlantik 1. Auflage, 2014 Hardcover Seiten: 224 ISBN: 978-3-455-60002-5 Jean-Pierre wacht auf und kann sich an nichts erinnern. Er ist in die Seine gefallen, ein junger Mann hat ihm das Leben gerettet. Jetzt liegt er im Krankenhaus, ein Alptraum für den Einzelgänger. Über zu viel Besuch kann sich der verwitwete Rentner ohne Kinder oder Hund zwar nicht beklagen, aber alleine ist er trotzdem nie. Ständig geht ihm jemand auf die Nerven: Die vierzehnjährige Maëva hat es auf seinen Laptop abgesehen. Maxime, ein junger Polizist, versucht herauszufinden, wie Jean-Pierre in der Seine gelandet ist, wobei die beiden ihre gemeinsame Leidenschaft für Schwarzweißfilme entdecken. Der gutherzigen Krankenschwester Myriam wächst der alte Griesgram mit Galgenhumor so ans Herz, dass sie ihn zu ihrem Lieblingspatienten ernennt. Und dann ist da noch Camille, der Student, der Jean-Pierre aus der Seine gefischt hat. Allen zusammen gelingt es nach und nach, Jean-Pierre zurück ins Leben zu holen – denn zum Leben ist es bekanntlich nie zu spät. Nachdem ich von Marie-Sabine …

[REZENSION] Antje Babendererde: »Isegrim«

Antje Babendererde Isegrim Arena 1. Auflage, 2013 Hardcover Seiten: 416 ISBN: 978-3-401-06753-7 Inhalt Der Wald ist Jolas Reich. Hier kennt sie jeden Winkel, jeden Baum, jedes Tier. Hier ist sie weit weg von ihrer überängstlichen Mutter, der Langeweile in ihrem Heimatdorf und dem besitzergreifenden Freund. Aber in der letzten Zeit gehen Veränderungen im Wald vor sich. Irgendetwas oder irgendjemand treibt hier sein Unwesen, beobachtet sie, folgt ihr. Als Jola erst auf eine wilde Wölfin und dann auf einen fremden Jungen trifft, der sie seltsam fasziniert, scheint das Rätsel gelöst. Doch als Jola die Kontrolle über ihr Geheimnis und ihre Gefühle verliert, läuft alles aus dem Ruder und alte Geheimnisse kommen wieder ans Licht. Meine Meinung Wegsehen, Schweigen, Geheimnisse, Lügen. So könnte man das Dorf Altenwinkel mit seiner verschworenen Gemeinschaft in wenigen Worten beschreiben. Auch Jola ist da keine Ausnahme und für Manches, was sie tut, hätte ich sie am liebsten kräftig geschüttelt, denn während sie uralte Geheimnisse und Verbrechen im Dorf aufzuklären versucht, ist sie selbst alles andere als frei davon. Einen richtigen Draht zu …

[REZENSION] Pebby Art: »Auf und weg!«

Pebby Art Auf und weg! 1. Auflage, 2013 E-Book Seiten: 42 Ich danke der Autorin für die Bereitstellung des Leseexemplars! Inhalt Emmas Papa ist weg – einfach ausgezogen. Und Emma weiß genau, dass sie Schuld daran ist! Auf und weg sind deshalb dann auch Emma und ihr lebendig gewordenes Stoffpferdchen Floh. Im Räuberwald sind die beiden gelandet. Doch während Floh hier nach Emmas Papa sucht (und vielleicht nach dem einen oder anderen Schatz), sucht Emma aus einem ganz anderen Grund den Schutz des Waldes auf. Sie versteckt sich dort, denn sie ist sicher, dass auch ihre Mama sie verlassen will. Da haut sie lieber selber ab. Meine Meinung »Auf und weg!« ist ein Kinderbuch, das sowohl zum Vorlesen als auch zum Selberlesen für Grundschüler geeignet ist. Der Schreibstil ist kindlich-leicht und die Kapitel entsprechend kurz, sodass auch ungeübte Leser damit kein Problem haben sollten. Die Handlung entwickelt sich ebenfalls sehr schnell und ohne große Längen, sodass keine Langeweile aufkommt. Da das Buch sehr kurz ist, ist es auch sehr schnell ausgelesen. An der einen oder …

[REZENSION] Maggie Stiefvater: »Wen der Rabe ruft«

Maggie Stiefvater Wen der Rabe ruft Originaltitel: The Raven Boys Script5 1. Auflage, 2013 Hardcover Seiten: 464 ISBN: 978-3-8390-0153-0 Inhalt Die sechzehnjährige Blue stammt aus einer Familie von Wahrsagern. Sie selbst ist die einzige in dem chaotischen Haus im Fox Way, die keine übersinnlichen Fähigkeiten besitzt – stattdessen wirkt Blue wie ein Verstärker für die Fähigkeiten ihrer Mutter Maura und deren Freundinnen. Wie jedes Jahr begleitet Blue in der Markusnacht ihre Tante zu einer verfallenen Kirche außerhalb der Stadt, wo sie die Seelen der Menschen empfangen, die in den nächsten zwölf Monaten sterben werden. Normalerweise kann Blue die Geister nicht sehen, doch dieses Mal ist es anders als sonst: Ihr erscheint ein Junge namens Gansey und dass sie ihn sehen kann, hat einen Grund: entweder ist er Blues große Liebe, oder sie wird für seinen Tod verantwortlich sein. Meine Meinung Nachdem mich Maggie Stiefvaters Wolfstrilogie und »Rot wie das Meer« restlos begeistern konnten, musste auch ihr neuer Roman unbedingt in mein Regal. Und er hat mich nicht enttäuscht. Allerdings lässt mich »Wen der Rabe ruft« …

[REZENSION] Kathrin Schrocke: »Freak City«

Kathrin Schrocke Freak City Carlsen 1. Auflage, Juni 2013 Taschenbuch Seiten: 234 ISBN: 978-3-551-31093-4 Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar! Inhalt Lea ist hübsch, temperamentvoll – und von Geburt an gehörlos. Als Mika sie zum ersten Mal sieht, zieht sie ihn sofort in ihren Bann. Doch weder seine Freunde noch seine Familie können verstehen, warum er plötzlich einen Gebärdensprachkurs belegen will. Und Mika fragt sich mehr als einmal, ob er Lea nicht einfach vergessen sollte. Dabei gibt es schon längst kein Zurück mehr. Meine Meinung Wieder einmal hat mich der Newsletter von Carlsen auf ein äußerlich unauffälliges, aber besonderes Buch aufmerksam gemacht. Die Rede ist von Kathrin Schrockes »Freak City«. Der fünfzehnjährige Mika hat es im Moment nicht leicht: mit seiner Familie scheint er sich nicht mehr zu verstehen, sein Vater ist beleidigt, weil er keine Lust auf die gemeinsamen Kletterausflüge mehr hat, und seine große Liebe Sandra hat sich gerade aus heiterem Himmel von ihm getrennt. Halt geben ihm gerade noch seine besten Freunde Calimero und Basti, mit denen er durch die …

[REZENSION] Deborah Levy: »Heim schwimmen«

Deborah Levy Heim schwimmen Originaltitel: Swimming Home Wagenbach 2. Auflage, 2013 Hardcover Seiten: 163 ISBN: 978-3-8031-3247-5 Inhalt Sie sind aus London gekommen, um in einem Haus bei Nizza Ferien zu machen: Das Ehepaar Jozef und Isabel Jacobs, er Schriftsteller, sie Kriegsberichterstatterin. Die beiden teilen schon lange nichts mehr, außer der Zeit, die sie miteinander verbracht haben und ihrer vierzehnjährigen Tochter Nina, die wenig von ihren Eltern hält, aber umso mehr in pubertäre Gefühlsschwankungen verstrickt ist. Außerdem ein befreundetes Ehepaar, dessen Laden gerade pleitegeht. – Beste Voraussetzungen für geruhsame Ferien. Tatsächlich bricht schon bald das Unheil herein. Ein nackter Frauenkörper treibt im Pool der Villa. Doch die junge Frau namens Kitty Finch ist nicht tot. Schwankend zwischen verletzlich und exaltiert, nistet sich die selbsternannte Botanikerin mit den grünlackierten Nägeln in der Villa ein und mischt die ohnehin komplizierte Lage auf. Und sie wünscht sich nichts mehr, als dass der Dichter sich mit ihrem Gedicht »Heim schwimmen« beschäftigt. Meine Meinung An »Heim schwimmen« bin ich eher durch Zufall gekommen, nachdem ich – genauso zufällig – eine Lesung …

[REZENSION] Jenny-Mai Nuyen: »Noir«

Jenny-Mai Nuyen Noir Rowohlt 1. Auflage, 2012 Broschiert Seiten: 377 ISBN:978-3-86252-028-2 Inhalt Nino Sorokin ist dabei, als der Unfall geschieht. Seine Eltern sterben, ihm bleibt eine besondere Gabe: Er sieht den Tod eines jeden Menschen voraus. Auch den eigenen. Von nun an ist er besessen von der Frage, wie man das Schicksal überlisten kann. Er weiß, er wird nur vierundzwanzig Jahre alt – und sein Geburtstag rückt immer näher. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Ninos Suche führt ihn zu einem geheimen Zirkel von Mentoren, die Seelen sammeln. Und er begeht den größten Frevel, den der Zirkel kennt: Er verliebt sich in eine der Seelenlosen. In die geheimnisvolle Noir, die bereits auf der Schwelle zum Jenseits steht. Meine Meinung Es gibt Bücher, deren Handlung sich vor dem Leser ausrollt wie ein weicher Teppich, sodass man nur noch darüberwandern und alle Geschehnisse in sich aufsaugen muss, völlig klar und offensichtlich. Und es gibt Bücher, die den Leser in ein Labyrinth aus Unklarheiten und Fragen führen, immer tiefer hinein, bis man sich am Ende fragt, ob man …